Ratten-Massenflucht

Gesundheitsdienst rückte zu Wiener Wohnhaus aus

Wien
15.06.2021 17:32

Die Massenflucht von knapp einem Dutzend Ratten aus einem Müllauto der Wiener MA 48 (siehe Video oben) hatte für Aufsehen gesorgt - und jetzt auch für ein Nachspiel: Das Hygienzentrum der Stadt Wien ist am Dienstag in das Wohnhaus in der Brigittenau ausgerückt, um unter anderem in einer leer stehenden Wohnung - die offensichtlich als Mistplatz verwendet wurde - eine behördlich angeordnete Desinfektion durchzuführen.

Ein Video über die Missstände war vor etwa einer Woche veröffentlicht worden, nachdem mehrere Wiener Behörden, darunter das Büro für Sofortmaßnahmen, flankiert von Polizei und MA 15 (Gesundheitsdienst) Nachschau gehalten hatten. Es fanden sich „Ratten in großer Anzahl“, so viele, dass selbst lang gediente Experten versicherten, so etwas noch nicht gesehen zu haben. Ein Amtsarzt attestierte Gefahr für die Gesundheit, ein Akuteinsatz wurde gestartet.

Eine ganze Ratten-Horde purzelte und sprang aus dem Lastwagen, als eine der Mülltonnen in Wien-Brigittenau entleert wurde. Ein MA-48-Mitarbeiter zog den Kopf ein. (Bild: Christian Schulter)
Eine ganze Ratten-Horde purzelte und sprang aus dem Lastwagen, als eine der Mülltonnen in Wien-Brigittenau entleert wurde. Ein MA-48-Mitarbeiter zog den Kopf ein.

Seit vergangener Woche lief dann behördlich veranlasst die Ratten- und Schabenbekämpfung. Gleichzeitig wurden Verstöße bei Brandschutz, Bauordnung und Elektrotechnik im Haus dokumentiert. Die am Dienstag desinfizierte Wohnung sei zuletzt leer gestanden und offenbar von anderen Bewohnern als Mistplatz verwendet worden, sagte ein Sprecher des Büros für Sofortmaßnahmen auf APA-Anfrage.

Missstände auch im angrenzenden Haus
„Im angrenzenden Haus gab es weitere gesundheitsgefährdende Missstände“, berichtete der Gesundheitsdienst von Ratten- und Taubenkot im Stiegenhaus, Verwesungsgeruch von Fleisch in einem Kühlschrank und Schabenbefall. Mitarbeiter rückten in Schutzausrüstung an und führten die abschließende Desinfektion durch.

(Bild: APA/GESUNDHEITSDIENST/SALZER)

Die betroffene Liegenschaft selbst sei jetzt jedenfalls „am Radar“ und werde engmaschig kontrolliert werden, damit solche Zustände nicht wieder einreißen, so der Sprecher. Verwaltungsstrafverfahren nach Reinhalte-, Ratten- und Schabenverordnung etc. seien eingeleitet. Auch die Hausverwaltungen der angrenzenden Gebäude wurden zur Schädlingsbekämpfung aufgefordert, dafür müssen auch Nachweise erbracht werden.

(Bild: APA/GESUNDHEITSDIENST/SALZER)

Alle Wienerinnen und Wiener, denen hygienische Missstände wie Rattenbefall bekannt sind, können sich an das zuständige Magistratische Bezirksamt wenden oder über ein Online-Kontaktformular direkt an die Stadt Wien.

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