13.06.2021 06:00 |

Fußball-Leidenschaft

Alina Zellhofer: „Immer nah dran am Ball!“

ORF-Sportmoderatorin Alina Zellhofer über Kraftorte, Stoßrichtungen und böse Keulen.

„Krone“:Sie haben mich zu einem Morgenlauf nach Schönbrunn eingeladen.
Alina Zellhofer: Das ist hier mein persönlicher Kraftort in Wien, gehe drei- bis viermal pro Woche und eben gleich in der Früh, um gut in den Tag zu starten. Da ist es noch schön ruhig. Das genieße ich sehr.

Sie laufen gar nicht mit Musik im Ohr?
Nein, bewusst ohne Ablenkung, um die Eindrücke wahrzunehmen, den Kopf durchzulüften, die Gedanken zu ordnen. Es ist herrlich, ich bin noch nie vom Laufen zurückgekommen und hätte mich nachher nicht besser gefühlt als vorher.

Da springen die Glückshormone an.
Ja (lacht), ich gebe gerne zu: Laufen ist meine Droge und hat einen großen Stellenwert in meinem Leben.

Laufen hat in Ihrer Familie Tradition: Ihr Vater Georg Zellhofer war langjähriger Profi-Fußballspieler. War dieser Sport für Sie schon als Mädchen ein Thema?
Ja, ich war immer ganz nah dran, bin quasi am Fußballplatz aufgewachsen. Ich selbst habe aber nie gespielt, was ein bisschen auch an Papas Verletzungshistorie gelegen ist. Die Stoßrichtung war aber recht früh klar, dass es beruflich in die sportliche Richtung geht.

Woran lag das?
Ich glaube schon, dass das an der Emotion gelegen ist, die im Stadion geherrscht hat. Der Sport hat eine eigene Note, und das hat mich sehr fasziniert. Fußball war dabei aber immer meine ganz große Leidenschaft.

Mädchen interessieren sich ja normalerweise nicht so dafür, oder?
Ist das so? (lacht) Ich glaube nicht, dass das stimmt. Das ist ein Klischee aus früheren Zeiten. Wenn Sie schauen, wie viele Frauen heutzutage ins Stadion gehen und wie viele Mädchen beginnen, Fußball zu spielen, und auch vor dem Fernseher mitfiebern. Ich glaube, das ist wirklich überholt.

Haben Sie nicht mit dem Image zu kämpfen, dass die Leute sagen: Die Blondine kann ja keine Ahnung haben?
Bei den Spielen selbst live vor Ort habe ich diesen Eindruck nicht. Was ich bestätigen kann, ist, dass die Messlatte eine andere ist. Wenn wir Frauen ein Spiel analysieren, wird viel genauer aufgepasst, was da gesagt wird. Und wenn ein Fehler passiert, kommt dann die Keule: Na klar! Eine Frau! Die kann sich nicht auskennen.

Wie kann man dem entgegenwirken?
Ganz einfach, indem mehr Frauen in dem Bereich eingesetzt werden und es damit normaler wird für die Zuseher. Es ist höchste Zeit nicht nur für den Sportjournalismus, Können und Qualifikation nicht am Geschlechterbild festzumachen.

„Auch das bin ich“, Kronen Zeitung

Stefan Weinberger
Stefan Weinberger
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