29.05.2021 09:56 |

„Problemlos zu haben“

Gefälschte Impfpässe in Deutschland aufgetaucht

Nachdem bekannt wurde, dass gefälschte Impfpässe über den Messengerdienst Telegram zum Verkauf angeboten werden, sind erste Exemplare nun in Deutschland aufgetaucht. Zwar gibt es laut dem Bundeskriminalamt (BKA) noch keine deutschlandweiten Fallzahlen zu gefälschten Corona-Impfbescheinigungen - allein in Bayern ist aber „eine niedrige zweistellige Zahl von Verfahren, beziehungsweise Anzeigen bekannt“, wie das Bayerische Landeskriminalamt (LKA) in München mitteilte.

Das Geschäft mit gefälschten Impfpässen boomt - Experten gehen davon aus, dass schon bald viel mehr solche Exemplare auftauchen werden. „Eine Steigerung der Nachfrage und somit auch des Angebots von gefälschten Impfbescheinigungen ist jedoch aufgrund der gesetzlichen Lockerungen für Geimpfte wahrscheinlich“, so ein Sprecher des BKA gegenüber der Deutschen Presseagentur.

Die meisten Fälle in München
Wie eine Umfrage unter den bayerischen Polizeipräsidien ergab, sind die bisher aufgetauchten gefälschten Corona-Impfnachweise ungleich über das Bundesland verteilt: Die meisten Fälle - nämlich fünf - meldete das Polizeipräsidium München. Aus dem Bereich des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd in Rosenheim hieß es indes: „Bislang war das bei uns noch kein großes Thema.“

Preise von rund 100 Euro
Impfpässe seien derzeit „die wohl heißeste Fälscherware“, hieß es von der Staatsanwaltschaft München I. Auf Internetplattformen wie Telegram sei ein gefälschter Impfpass problemlos zu haben. „Die bislang bekannt gewordenen Preise für gefälschte Impfpässe mit eingetragener Covid-19-Impfung liegen je nach Angebot im hohen zweistelligen bis niedrigen dreistelligen Bereich pro Stück“, teilte das LKA mit. „Teilweise werden “Sonderangebote„ bei Mehrabnahme angeboten.“

Fälscher bedienen sich bei Fotos in den Sozialen Medien
Die Fälschung eines kompletten Impfpasses oder auch nur des Impfnachweises in einem echten Pass sei sehr leicht, sagte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft. Blanko-Impfpässe gebe es ganz legal zu bestellen im Internet, auch Arztstempel seien online leicht zu haben. Und auch die Fälschung der Chargennummern sei kein großes Hindernis: „Die Chargennummern, mit denen der Eintrag der Corona-Impfung versehen sein muss, entnehmen die Fälscher den unzähligen Bildern in den sozialen Netzwerken, die frisch geimpfte Personen von ihren Impfpässen posten.“

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