26.05.2021 22:16 |

Für Herbst geplant

Villach: Friedensforst erregt Gemüter der Anrainer

In Neufellach plant die Stadt in Kooperation mit der Bestattung Kärnten Kärntens achten, Villachs ersten und den bereits vierten Friedensforst der Region Villach. Allerdings zum Leidwesen der Anrainer. Eine ganze Siedlung regt sich über „den Urnenfriedhof im Quellschutzgebiet“ auf. Die Stadt beruhigt, setzt auf Kommunikation.

Naturnah bestattet soll ab Herbst werden. Nur die direkten Anrainer seien darüber informiert worden, „dass in Neufellach still und heimlich ein Urnenfriedhof im großen Stil errichtet werden soll“, ärgert sich ein Anwohner: „Ich wohne am Ende der betroffenen Straße, einem Quellschutzgebiet, und wusste von nichts. Von der Bürgerinformationsveranstaltung vor zwei Tagen habe ich rein zufällig erfahren!“

Auch bei seiner Nachbarin stößt das Projekt auf Kritik: „Hier gibt es nirgendwo Parkmöglichkeiten. Die Besucher werden unsere Straße vollparken. Die ganze Siedlung ist damit nicht einverstanden!“ Die Stadt möchte die Menschen miteinbeziehen, und setzt auf Kommunikation.

Die für den Bereich Bestattung verantwortliche Vizebürgermeisterin, Irene Hochstetter-Lackner, erinnert sich an die Reaktionen einiger besorgter Bürger am vergangenen Dienstag: „Es war von toxischen Rückständen im Boden die Rede. Davon, dass wir Bäume fällen werden, um hier undichte Metallurnen zu verbuddeln. Nichts davon trifft zu!“

Im Gegenteil: „Es geht doch nur um Asche, die bei 1300 Grad verbrannt wird, bevor sie in einer kompostierbaren Urne landet!“ Damit reagiere die Stadt auf den Wunsch der Bevölkerung nach dieser naturnahen Form der Bestattung. „Die Nachfrage steigt konstant. Es ist Zeit für Villachs ersten Friedensforst“, so Hochstetter-Lackner.

Sie garantiert, dass ein Naturschutzgutachten vorliege: „Neufellach wird eher Park als Friedhof. Wir werden kaum Bäume fällen, den kleinen Feuchtbereich mit Schwarzerlen integrieren. Nachhaltiger kann man dieses schöne Waldstück nicht nützen!“ Es werde auch einen Parkplatz geben, die Umwidmung sei im Laufen.

Peter Kleinrath
Peter Kleinrath
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