08.05.2021 06:56 |

Rostige Flüssigkeit

Keiner kümmert sich um das Deponiesickwasser

Im Villacher Stadtteil Tschinowitsch kämpfen Anrainer seit Jahren für die Umwelt, und gegen rostbraunes Deponiesickwasser, das - vermischt mit Altöl - vor allem bei Regen und Überschwemmungen ins Grundwasser gelangt. Politiker fühlen sich nicht wirklich zuständig, Flurreiniger Gerhard Melcher ist fassungslos.

Zwischen 1971 und 1982 wurden auf der Tschinowitscher Altlastdeponie um die 900.000 Kubikmeter Hausmüll und Bauschutt endgelagert. Autowracks, Werkstattmüll und Ölfässer gesellten sich – still und heimlich – dazu. „Erhebliche Gefährdung des Grundwassers“, lautete ein Untersuchungsergebnis zehn Jahre später. Seit 2007 wurde versucht, das Wasser zumindest aus dem Hang abzuleiten, seither herrscht Stillstand hinter dem kleinsten Kreisverkehr Kärntens.

Mehrmals an die Behörden gewandt
„Wir Anrainer haben uns an das Land, die Stadt, ja – jeden einzelnen Politiker – gewandt, und warten bis heute darauf, dass etwas passiert“, ärgert sich Melcher, der von der Abteilung 8 des Landes folgende Antwort erhielt: „Das haben wir immer wieder, das ist nichts Besonderes, und versickert lokal“.

Angekündigte Nachschau nie stattgefunden
„Alle Bemühungen für eine intakte Umwelt werden durch solche Aussagen zunichtegemacht, sämtliche Flurreinigungsaktionen erscheinen obsolet“, so der engagierte Pensionist, der sich vor allem darüber ärgert, dass die für April angekündigte Nachschau nie stattgefunden hat: „Der Leiter der Umweltabteilung war nicht einmal selbst vor Ort. Trotzdem spricht er von harmlosen Eisenausfällungen!“

Regenfälle legen jedenfalls immer mehr Deponieunrat frei. „Nichtmal die sichtbaren Gegenstände werden entfernt, niemand ist zuständig!“

Peter Kleinrath
Peter Kleinrath
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