07.05.2021 06:32 |

„Krone“-Interview

Marko über Max: „Am Limit, aber zu wenig gewonnen“

Max Verstappen feiert am Sonntag in Barcelona, wo er vor fünf Jahren gleich bei seiner Red-Bull-Premiere triumphierte, seinen 100. Grand-Prix-Start. Motorsportchef Dr. Helmut Marko vergibt aber keine „römische Eins“. Im „Krone“-Interview sagt er: „Max fährt stets am Limit, aber er hat noch zu wenig gewonnen.“

„Krone“:Helmut, am Sonntag ist es exakt 1820 Tage her, dass Max Verstappen bei seinem Debüt für Red Bull in Barcelona seinen ersten Sieg gefeiert hat. Welche Gedanken gehen dir durch den Kopf?
Helmut Marko: Dieser Sieg war klarerweise nur durch den Mercedes-Crash von Hamilton und Rosberg möglich. Aber: Wie Max den Ferrari von Räikkönen über viele Runden hinter sich hielt, war sensationell. Da hat man sein großes Potenzial gesehen.

Am Sonntag schlüpft er zum 100. Mal in den Red-Bull-Overall. Wie fällt denn dein Zeugnis für ihn aus?
Max ist stets am Limit, er verfügt über eine unglaubliche Fahrzeugbeherrschung, fährt spektakulär. Sagen wir so: Er hat sich unheimlich weiterentwickelt. Ich sehe das generell alles sehr positiv, aber wenn man sich die Ausbeute von Siegen, Polepositions und schnellsten Rennrunden ansieht, ist es in der Relation zu wenig.

Das klingt aber nicht nach einer römischen Eins?
Es ist ja nicht allein die Schuld von Max, es ist dem Gesamtpaket von Auto und Fahrer geschuldet. Aber er muss lernen, aus dem, was er zur Verfügung hat, das Optimum herauszuholen.

Es ist bei deinem Star also noch Luft nach oben da - wie man auch bei seinem kleinen Fehler letzten Sonntag in Portimão gesehen hat
Klar, dieser Fehler war unangenehm, aber du kannst nicht auf Dauer absolut fehlerfrei fahren.

Ist es vielleicht auch eine mentale Geschichte, weil Max erstmals richtig um die WM-Krone kämpft, und das gegen einen Lewis Hamilton?
Das macht die Sache ja so spannend. Auf der einen Seite der souveräne, erfahrene und taktisch ausgekochteste Hamilton, das muss man ihm zugestehen, und auf der anderen Seite der junge, aber doch ungestüme Max.

Welche Ziele habt ihr für Barcelona? Eines ist wohl, Toto Wolff und dessen Mercedes-Team zu ärgern.
Wir hoffen auf normale Verhältnisse. In Bahrain war es ja untypisch kühl, in Imola regennass, und in Portugal fehlte der Grip. Wir haben mit dem schnelleren Auto nur ein Rennen gewonnen, Mercedes mit viel guter Strategie zwei. Freilich auch, weil uns diese Track-Limit-Strafen besonders getroffen haben. Aber unser Ziel für Barcelona ist es nicht, Toto zu ärgern, wir wollen die WM gewinnen!

Richard Köck
Richard Köck
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