10.04.2021 08:00 |

Spielplatz-Verbote

Wirbel um Islam-Sager von Bürgermeister

Schaukeln nur noch mit Meldezettel? Die Sperre der öffentlichen Spielplätze und Sportanlagen für Ortsfremde sorgt in Puch in Salzburg weiter für mächtig Aufregung. Nun schaltet sich die Kinder- und Jugendanwaltschaft des Landes ein. Hintergrund ist ein E-Mail von Bürgermeister Helmut Klose (ÖVP) - mit brisantem Inhalt.

„Diskriminierungsvorwurf.“ So betitelt die Kinder- und Jugendanwaltschaft ein E-Mail, das sie dieser Tage an Puchs Bürgermeister Helmut Klose (ÖVP) verschickt hat. Hintergrund ist die Sperre der Spielplätze und Sportanlagen des Ortes für Auswärtige. Hinweisschilder hängen mittlerweile, die Verbote soll ein Wachdienst kontrollieren - die „Krone“ berichtete bereits mehrfach.

Die Jugendanwaltschaft schickte Klose einen Fragenkatalog, nachdem sich mehrere erboste Eltern an sie gewandt hatten. Nun will man wissen, auf welcher rechtlichen Grundlage der Ortschef die Sperren ausgerufen hat. Und ob der Pucher Bürgermeister im Alleingang gehandelt hat. Oder ob der „örtliche Gemeinderat involviert“ war.

Muslimfeindliches Mail mit Erklärungsbedarf
Weiters fordert die Jugendanwaltschaft Stellungnahme zu Passagen eines E-Mails des Bürgermeisters, das derzeit im Tennengauer Ort die Runde macht. Darin heißt es betreffend der Spielplatzverbote: „Es wird auch nicht akzeptiert, wenn muslimische Familien am Spielplatz Decken ausbreiten und ihre Mittagsreligion ausüben, das ist nicht unsere Kultur.“

Mehrere Eltern hätten sich deswegen an die Jugendanwaltschaft gewandet. Dort erwartet man sich nun eine Erklärung des Bürgermeisters - und hofft, dass sich Klose lediglich „missverständlich ausgedrückt“ haben könnte. Man stehe für Vermittlungsgespräche bereit. Viele Pucher sind weiter verunsichert: „Es ist einfach unfassbar“, sagt etwa Lilli Wasserbauer.

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