03.04.2021 06:00 |

Lage ernster

Damals und heute: Wien begeht Ostern im Lockdown

Wieder verbringt Wien Ostern im Lockdown, wieder stehen entscheidende Tage an. Die Lage ist aber viel ernster als noch vor einem Jahr.

Streit um geschlossene Bundesgärten! Was waren das noch für Schlagzeilen in Wien heute vor einem Jahr. Die Infektionszahlen waren nichts im Gegensatz zu dem, was noch kommen sollte. Die Regierenden hatten das Coronavirus im Griff, der Bundeskanzler und der Bürgermeister glänzten als Krisenmanager. Michael Ludwig ließ sogar ein Notlazarett in der Messe errichten - als reine Vorsichtsmaßnahme, die letztlich nicht gebraucht wurde.

Die Grünen hatten Zeit, Straßen für Spaziergänger und Radfahrer zu öffnen. Die wurden zwar nicht genutzt, aber Hauptsache, nichts blieb unversucht. Die Jungen gingen für die Alten einkaufen, Fiakerfahrer halfen bei der Essenslieferung aus.

Der neue Zusammenhalt wurde schon für die Zeit nach der Pandemie heraufbeschworen. Wien war auf der sicheren Seite, Wien war nicht Ischgl. Nur die Bundesgärten, die spalteten die Hauptstadt. Heute hätte Wien gerne die Sorgen von gestern.

Vom leeren Notlazarett zu vollen Intensivbetten
725 Corona-Patienten liegen aktuell in Wiener Spitälern, 216 davon auf Intensivstationen. Jedes Bett, das mit einem Covid-Erkrankten belegt wird, geht auf Kosten eines anderen Schwererkrankten. Krebsoperationen werden verschoben. Das Wort Triage will kein Politiker aussprechen. 1928 Menschen sind in Wien bereits gestorben.

Ums Überleben kämpfen auch Kulturschaffende wie Gastronomen, Sportvereine und Einzelhändler. Die Coronakrise fordert ihren Tribut. 173.013 Menschen sind in der Hauptstadt auf Jobsuche. Viel zu viele, um sich über den leichten Rückgang zu freuen.

Die Kontrolle über das Virus ist den Regierenden entglitten, hatten sie die zweite Welle verschlafen, haben sie für die dritte nichts daraus gelernt. Der Bund kündigte abermals Öffnungen an, falls er nicht auf Tauchstation war, die Stadt redete unbeirrt über Schanigärten, ehe sie die Notbremse zog. Zu spät, um unbeschadet davonzukommen, und gerade noch rechtzeitig, um einen Totalschaden zu verhindern.

Der Donaukanal hat die Bundesgärten abgelöst
Jetzt verbringt Wien mit seinen Nachbarländern Ostern wieder im Lockdown. Der Donaukanal hat die Bundesgärten abgelöst. Der Osterhase bringt FFP2-Masken im Freien statt AstraZeneca-Stiche in Arztpraxen. Alles gurgelt statt zu impfen. Pünktlich zum Fest kündigt die Stadt auch noch an, dass der Impfplan nicht halten wird, weil der Bund nicht genug Impfstoff liefert. Darum ginge es aber, koste es, was es wolle.

Die jetzigen Lockdowns können die letzten sein, sagen Experten. Dazu muss nun jeder seinen Beitrag leisten.

Maida Dedagic
Maida Dedagic
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