Linz AG hat Bedenken:

Sportbecken-„Dach“ ist technisch schwer umsetzbar

Nein, es war kein verfrühter Aprilscherz! Die ÖVP will, wie berichtet, das Sportbecken im Linzer Parkbad in den Wintermonaten mit einer Traglufthalle „überdachen“. Während der 1. Linzer Schwimmklub sich gestern darüber erfreut zeigte, winkte Linz-AG-Geschäftsführer Werner Sonnleitner auf „Krone“-Anfrage ab.

Im warmen Wasser seine Bahnen ziehen, während es draußen winterlich grau und frostig ist: Ein Besuch im Hallenbad kann da ein echter Stimmungsaufheller sein. Weil aber laut ÖVPdie Kapazitäten in Linz begrenzt sind, schlagen die Schwarzen vor, eine Traglufthalle über das Sportbecken im Parkbad zu spannen, um nicht - wie bisher -nur 4,5 Monate, sondern ganzjährig darin planschen zu können.

Wie bei Tennisplätzen
Das System der Traglufthalle kommt oft bei Tennisplätzen zum Einsatz. Es handelt sich dabei um eine aufgeblasene, elastische, luftdichte Hülle, die über eine Druckschleuse betreten wird. In Deutschland werden aber Bäder temporär damit überdacht. Meist, wenn man über kein Hallenbad verfügt, oder das alte gerade saniert wird.

Schwimmklub ist dafür
Der 1. Linzer Schwimmklub unterstützt die Idee. Obmann Markus Dibold: „Durch die Corona-Situation konnten die Schwimmvereine generell nunmehr seit eineinhalb Jahren keine Schwimmkurse für unsere Jüngsten anbieten. Aus diesem Grund erwarten wir nach einer Normalisierung eine entsprechende Nachfrage am Schwimmsport und speziell bei den Kinderkursen. Diese ist allerdings nur dann zu bewältigen, wenn entsprechend Wasserflächen zur Verfügung stehen.“

„Wir haben genug Badeflächen in Linz“
Werner Sonnleitner, Geschäftsführer der Linz Service GmbH, versteht die Aufregung nicht: „Ich denke, wir haben mit vier Hallenbädern, drei Freibadanlagen, sieben Kinderbädern und den drei Badeseen ausreichend Schwimmflächen in Linz. Abgesehen davon halte ich eine solche Konstruktion auch aus Energiesicht für bedenklich.“

Zusätzliche Wärmeübergabestation
So bräuchte man laut ihm nicht nur eine vernünftige Basiskonstruktion, sondern auch eine zusätzliche Wärmeübergabestation, um die Halle zu beheizen. Zudem müsste man die nötige Infrastruktur wie Toiletten und Duschen schaffen. Nicht zu vergessen: Die Garderoben und Umkleidekabinen im Parkbad sind vom Sportbecken weit entfernt, so bräuchte es auch hier entsprechende Lösungen.

Zitat Icon

Eine solche Konstruktion würde den Vereins-, Schul- und Individualsport in Linz auch nachhaltig miteinander verbinden.

Markus Dibold, Obmann 1. LSK Heindl

Kinder-Schwimmkurs-Problematik
Zur Kinder-Schwimmkurs-Thematik meint Sonnleitner abschließend: „Dafür braucht es nun wirklich nicht zwingend eine weitere Halle im Winter. Man kann das Schwimmen auch sehr gut im Sommer im Freien erlernen.“

Mario Ruhmanseder
Mario Ruhmanseder
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Montag, 27. September 2021
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