18.03.2021 14:42 |

Gab es Absprachen?

Müllbranche im Visier: Razzien in ganz Österreich

Mehrere heimische Unternehmen der Abfallwirtschaft sind ins Visier der Bundeswettbewerbsbehörde (BWB) gerückt. Mehrere Hausdurchsuchungen wurden bereits durchgeführt, da die Unternehmen im Verdacht stehen, gegen kartellrechtliche Vorschriften verstoßen zu haben.

Seit Dienstag werden Räumlichkeiten von mehreren Firmen an über 20 Standorten in Niederösterreich, Kärnten, Oberösterreich, Salzburg, Steiermark und Wien durchsucht. Es gehe um Preisabsprachen, Marktaufteilungen sowie Absprachen bei Ausschreibungen. Bei den Ermittlungen geht es vor allem um den Bereich Sammlung und Logistik.

Als potenziell Geschädigte kommen laut der Behörde Privathaushalte, die Industrie und Unternehmen in Betracht. Die Ermittlungen werden vom Bundeskriminalamt und den Landeskriminalämtern unterstützt. Noch sind die Hausdurchsuchungen nicht abgeschlossen.

Die oberösterreichische Energie AG hatte laut APA die Ermittlungen gegen ihre Tochterfirma Umwelt Service GmbH am Donnerstag selbst publik gemacht. Demnach wurden die Räumlichkeiten am Standort Hörsching durchsucht. Und auch Saubermacher und Brantner bestätigten mittlerweile gegenüber der APA, Besuch vom BWB erhalten zu haben. Laut einer Sprecherin von Saubermacher habe es „punktuelle Überprüfungen“ gegeben. Laut Brantner sei man nur am Rande betroffen.

Milliardengeschäft mit Müll
In Österreich sind laut BWB ungefähr 300 Unternehmen im Markt für Abfallwirtschaft aktiv. Neben einigen überregional agierenden Marktteilnehmern, sind viele kleinere Unternehmen im regionalen Raum tätig. Für die Firmen ist der vermeintliche Müll ein Milliardengeschäft. Die Branche macht pro Jahr einen Umsatz von mehr als fünf Milliarden Euro. Davon kommen die sechs größten Unternehmen laut BWB gemeinsam auf einen Umsatz von ungefähr zwei Milliarden Euro.

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