11.03.2021 13:13 |

Tonnenweise Abfall

Museum stellt Kunst aus Müll vom Mount Everest aus

Auf dem Mount Everest liegen tonnenweise Essensverpackungen, kaputte Zelte, leere Wasser- und Sauerstoffflaschen und Bierdosen, Kocher und alte Kleidungsstücke, die erschöpfte Kletterer - teilweise schon vor Jahrzehnten - liegen gelassen haben. Umweltschützer wollen nun aus nicht wiederverwertbarem Abfall der „höchstgelegene Müllhalde der Welt“ nun in einem neuen Museum Kunstwerke von Künstlern mehrerer Länder ausstellen.

Auf dem 8848,86 Meter hohen Berg liegen nach Schätzungen der nepalesischen Armee 140 Tonnen Abfall. Dazu kämen rund 40 Tonnen menschliche Ausscheidungen - und mehr als 300 Leichen, die Bergsteiger gar als Wegmarkierungen nutzen. Ein Museums-Projekt will nun auf dieses Problem aufmerksam machen, wie der Chef des Projekts, Phinjo Sherpa, sagte. Eröffnet werden soll das Museum in der Nähe des Basislagers.

2018 waren 60.000 Bergsteiger am Mount Everest
Das Anschwellen der Müllmengen erklärt sich auch aus der gewachsenen Zahl der Everest-Abenteurer: 1979 gab es in der Everest-Region 3600 ausländische Trekker und Bergsteiger, 2018 waren es 60.000, wie es von der Organisation hinter dem Museumsprojekt, Sagarmatha Next, heißt. Dazu kommen oft viele einheimische Sherpa-Führer und Träger. Seit rund einem Jahr war wegen der Corona-Krise jedoch laut Behördenangaben niemand mehr auf dem Everest.

Tour kostet rund 40.000 Euro
Inzwischen müssen Firmen, die Expeditionen organisieren, von Touristinnen und Touristen ein Depot von 4000 Dollar (rund 3300 Euro) verlangen, das abgezogen wird, wenn sie beim Zurücklassen von Müll auf dem Berg erwischt werden. Ein überschaubarer Betrag angesichts der Kosten eines durchschnittlichen Everest-Auf-und-Abstiegs, der mit etwa 40.000 Euro zu Buche schlägt.

Mehr als 300 Leichen nicht geborgen
Für Leute, die Müll vom Berg herunterbringen, gibt es Belohnungen: Sherpa-Helfer etwa erhalten 130 Dollar für eine leere Sauerstoffflasche. Auch hätten einige wenige Expeditionsfirmen ihren Sherpas Anreize gegeben, menschliche Ausscheidungen wieder herunterzutragen. Wenn Menschen auf dem Berg sterben, werden sie zudem oft dort zurückgelassen. Die Bergung einer Leiche sei schwierig und teuer, und koste zwischen 25.000 bis 60.000 Euro. Mehr als 300 Leichen sollen sich am Berg befinden.

Quelle: APA

Mara Tremschnig
Mara Tremschnig
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