08.03.2021 06:00 |

Satellitenbilder

Austro-Flieger in geheimer Mission über Syrien

Was macht ein kleines, in Wiener Neustadt entwickeltes Propellerflugzeug auf einem Militärflughafen in Syrien? Und wieso parkt es dort zwischen Bombern der russischen Luftwaffe? Die genaue Antwort kennt nur Putins Geheimdienst FSB. Denn der betreibt den Flieger mit österreichischen Wurzeln.

Militärexperten aus aller Welt staunten nicht schlecht, als vergangene Woche neue Satellitenbilder von der russischen Militärbasis Hmeimim im Westen Syriens auftauchten: Ein kleiner weißer Punkt am Rollfeld der Basis erwies sich nach genauerer Analyse als zweimotorige DA42 - ein Flugzeug der Firma Diamond aus Wiener Neustadt (NÖ), das auch von den russischen UZGA-Werken in Lizenz gebaut wird.

FSB-Spione an Bord
Wie es dorthin kam, ist schnell geklärt: „Der russische Geheimdienst FSB setzt diese speziell umgebaute, mit Sensoren bestückte DA42 gerne als Aufklärungsplattform über Syrien ein“, sagt der britische Luftfahrtexperte Thomas Newdick im Gespräch mit der „Krone“. Tatsächlich ist der Flieger, der in vielen Flugschulen weltweit zur Pilotenausbildung eingesetzt wird, auch mit Kameras ausrüstbar. Auch internationale Beobachter vermuten schon seit Längerem, dass der FSB mit den leichten Flugzeugen in Syrien tätig ist.

Eigene Sensoren aus Russland
Diamond selbst bietet eine „Guardian“-Version zur Aufklärung oder Grenzraumüberwachung, aber auch etwa für Seenotretter an. Russland allerdings baut selbst eigene Sensoren in ausgewählte DA42-Exemplare ein, der Großteil der 35 Maschinen wird aber auch hier zum Training neuer Piloten eingesetzt.

Glück für die österreichischen Ingenieure: Der Lizenzdeal zwischen Diamond und Russland zum Bau der Maschinen kam 2013 zustande - kurz vor den EU-Sanktionen wegen der Krim-Krise.

Paul Tikal
Paul Tikal
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