04.03.2021 07:16 |

Texas lockert massiv

Biden wirft Gouverneuren „Neandertaler-Denken“ vor

Da einige Gouverneure in den USA nun Corona-bedingte Beschränkungen und Schutzmaßnahmen über Bord werfen, hat ihnen US-Präsident Joe Biden „Neandertaler-Denken“ vorgeworfen. „Ich glaube, dass es ein großer Fehler ist“, sagte der Demokrat am Mittwoch zur Aufhebung von Restriktionen in Texas und Mississippi. Es werde noch Monate dauern, bis alle Amerikaner gegen das Coronavirus geimpft werden könnten. Bis dahin sei es „entscheidend“, die von der Wissenschaft empfohlenen Schutzmaßnahmen zu befolgen.

Der republikanische Gouverneur von Texas, Greg Abbott, hatte am Dienstag angekündigt, die Maskenpflicht und alle Kapazitätsgrenzen für Restaurants und andere Betriebe in seinem Bundesstaat aufzuheben. Auch der republikanische Gouverneur von Mississippi, Tate Reeves, hatte erklärt, alle Anordnungen zum Tragen von Masken und Kapazitätsgrenzen für Restaurants und Firmen würden beendet. Weitere Bundesstaaten, darunter Ohio und Michigan, kündigten zumindest Lockerungen ihrer Corona-Auflagen an.

Gouverneure wehren sich
Abbott und Reeves wehrten sich am Mittwoch auf Twitter gegen Kritik. „Wir sind in der Lage, Covid einzudämmen und Texas sicher zu 100 Prozent zu öffnen“, schrieb Abbott. Reeves kritisierte, Biden habe es als „Neandertaler-Denken“ bezeichnet, den Menschen in Mississippi die Entscheidung zu überlassen, wie sie sich schützten. Diese Menschen bräuchten keine „Betreuer“, schrieb der Gouverneur. „Ich denke, wir sollten den Amerikanern vertrauen und sie nicht beleidigen.“

Fauci: Rücknahme der Schutzmaßnahmen „unüberlegt“
Der Top-Immunologe und Biden-Berater Anthony Fauci nannte die Rücknahme der Schutzmaßnahmen „unerklärlich“ und „unüberlegt“. Fauci sagte dem Sender CNN am Mittwochabend, bereits vor Monaten hätten die USA erlebt, wie die Fallzahlen wieder bedenklich zugenommen hätten, nachdem manche Bundesstaaten die Richtlinien der Experten nicht befolgt hätten. Die täglichen Fallzahlen in den USA seien zwar auf 55.000 bis 70.000 zurückgegangen, lägen damit aber noch immer hoch - und der Rückgang sei inzwischen gebremst.

„Wir müssen wachsam bleiben“
Die Sprecherin des Weißen Hauses, Jen Psaki, übte Kritik an Politikern, die die Expertenratschläge seit Beginn der Corona-Krise nicht ernst genommen hätten. Die USA hätten seit einem Jahr mit der Pandemie zu tun, sagte Psaki am Mittwoch. „Und das gesamte Land zahlt den Preis für politische Anführer, die die Wissenschaft mit Blick auf die Pandemie ignoriert haben.“ Psaki betonte, Bidens Appell an die Amerikaner, in seinen ersten 100 Tagen im Amt Masken zu tragen, basiere auf Experteneinschätzungen, die davon ausgingen, dass so 50.000 Menschenleben gerettet werden könnten. „Wir müssen wachsam bleiben.“

Mehr als 28,7 Millionen Corona-Infektionen
Seit Beginn der Pandemie sind in den USA fast 520.000 Menschen nach einer Infektion mit dem Coronavirus gestorben, wie aus Statistiken der Johns-Hopkins-Universität hervorgeht. Mehr als 28,7 Millionen der rund 330 Millionen Amerikaner steckten sich mit dem Virus an. Die Infektionszahlen sind deutlich unterhalb der Werte zu Jahresbeginn, lagen in den vergangenen Tagen aber weiterhin bei jeweils mehr als 50.000.

Quelle: APA

Nicole Weinzinger
Nicole Weinzinger
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