04.03.2021 06:11 |

In Steinfeld

Meisterleistung nach Bruch des Propellers

„Wichtig ist, die Nerven zu behalten“, sagt Pilot Hermann Eigner (65) aus Hartkirchen im oberösterreichischen Bezirk Eferding. Mit einer fliegerischen Meisterleistung gelang es ihm nach dem Bruch eines Propellerblattes, sein Flugzeug so zu landen, dass er und Passagier Johann H. (66) unverletzt aussteigen konnten.

„Da waren die Schutzengel hochaktiv“, freut sich Hermann Eigner aus Hartkirchen im oberösterreichischen Bezirk Eferding nach seiner geglückten Notlandung. Der erfahrene Flieger war um 13.45 Uhr mit Kumpel Johann H. an Bord am Flugplatz Wels gestartet.

„Beim Heimflug ist es dann zu Problemen gekommen"
„Unser Ziel waren die Dolomiten, beim Heimflug ist es dann zu Problemen gekommen“, so der 65-Jährige. Über dem Weißensee verlor seine „Lancair 235“ in 3000 Meter Höhe plötzlich eines von drei Propellerblättern; die Maschine vibrierte heftig. „Ich hab’ sofort Motor und Benzinzufuhr abgeschaltet, so wie das empfohlen wird“, erklärt der Pilot. Dass in einer derartigen Notsituation keine Panik aufkommt, ist nicht selbstverständlich. „Ich hab’ automatisch reagiert, mich voll und ganz auf die Landung konzentriert. Auch der Johann hat die Nerven behalten“, betont Eigner.

„Der Schnee war unser Glück, es hätte uns sonst überschlagen“
Sieben Minuten später legte das Flugzeug dann auf einem Schneefeld in Lengholz – ohne das Fahrwerk auszufahren – den gewollten Bauchfleck hin. Beide Insassen konnten unverletzt aus dem Cockpit klettern. „Der Schnee war unser Glück, es hätte uns sonst überschlagen“, sagt Eigner, der bereits zum dritten Mal wegen eines Defekts unfreiwillig vom Himmel musste. 1990 war ihm in Tragwein bereits ein ähnliches Schicksal mit den Propellerblättern passiert. Eigner überlebte damals mit einem Wirbelbruch. 2014 war er mit einem anderen Flugzeug in Vrsar (Kroatien) abgestürzt und hatte das Unglück ohne eine Schramme überstanden.

Ob er auch künftig noch Flugzeuge pilotiert?
2016 kaufte Eigner sich in Bayern die „Lancair 235“ und baute diese in 2000 Arbeitsstunden neu auf, nachdem sein Vorgänger damit einen Unfall hatte – das Fahrwerk war offenbar nicht ausgefahren. Und nun das Unglück mit dem Propeller. Ob er auch künftig noch Flugzeuge pilotiert? Eigner: „Wohl eher nicht mehr, man soll sein Schicksal vielleicht nicht überstrapazieren!“

Jürgen Pachner
Jürgen Pachner
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