Tango Korrupti

Linzer Polizist ist nun offiziell ein Verdächtiger

„Ja, das Bundesamt für Korruptionsbekämpfung wurde mit Ermittlungen in dieser Causa beauftragt“, knapp fiel die Stellungnahme des BAK auf „Krone“-Anfrage aus. Damit ist klar: Jener Linzer Chefinspektor, der im Eishockey-Sumpf steckt, gilt nun offiziell als Verdächtiger. Ihm droht im schlimmsten Fall die Entlassung.

Die „Krone“ hatte den Fall rund um jenen Top-Polizisten (59), der mehrere Jahre lang VIP-Freikarten für Eishockey-Spiele in Linz nutzen durfte und im Gegenzug Strafzettel – etwa von Clubmitgliedern – verschwinden haben lassen soll, aufgedeckt. Die Vorwürfe standen in der Betrugsanzeige gegen den Ex-Black-Wings-Manager Christian Perthaler, untermauert mit 43 Seiten Chat-Verlauf zwischen Perthaler und dem Inspektor.

Suspendierung aufrecht
Der belastete Polizist bestreitet, dass er Amtsmissbrauch begangen oder verbotene Geschenke angenommen habe. Die Suspendierung ist aufrecht, das interne Disziplinarverfahren ruht bis zur Beendigung der strafrechtlichen Verfolgung. Im schlimmsten Fall könnte der Beamte entlassen werden und alle Privilegien wie die Beamtenpension verlieren und auf die ASVG-Pension heruntergestuft werden.

Zum Amtsmissbrauch angestiftet?
Auch eine Flucht in die Pension - der Chefinspektor feiert demnächst seinen 60. Geburtstag, könnte in die Rente gehen - würde ihm im Falle einer Verurteilung nichts bringen. Inzwischen laufen auch Ermittlungen, wie es gelingen konnte, Strafzettel etwa nach Radarblitzern verschwinden zu lassen. Der Polizist alleine könne das nämlich nicht. Angeblich soll der Chefinspektor seine Untergebenen unter Druck gesetzt haben, zumindest sollen sie dies ausgesagt haben. Damit würde er sie zum Amtsmissbrauch angestiftet haben. Für alle Genannten gilt die Unschuldsvermutung.

Markus Schütz
Markus Schütz
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Montag, 19. April 2021
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