24.02.2021 11:25 |

Nicht aus Marchfeld

Brokkoli aus Ecuador verärgert Konsumenten

Der deutsche Lebensmittelkonzern Iglo kommuniziert stets eine enge Verbundenheit zum niederösterreichischen Marchfeld. Dass sein tiefgefrorener Brokkoli aber gar nicht heimisch, sondern vielmehr aus dem fernen Ecuador importiert ist, ärgert jetzt zahlreiche Konsumenten.

Der Verein für Konsumenteninformation (VKI) hat über die „ärgerlichsten Lebensmittelprodukte des Jahres“ abstimmen lassen. Rund 6000 Personen nahmen teil. Und der Brokkoli von Iglo schnitt dabei gar nicht gut ab. So ist die Herkunft des Produkts aus Ecuador zwar korrekt gekennzeichnet, dennoch sind Konsumenten enttäuscht. „Die Erwartungshaltung vieler Konsumentinnen und Konsumenten ist vor dem Hintergrund der Markenerzählung des Unternehmens ganz klar eine andere“, so der VKI in einer Presseaussendung. Grund genug, dem Iglo-Brokkoli den Negativ-Preis „Konsum-Ente 2020“ zu verleihen.

Anbaukonzept im Marchfeld gescheitert
Iglo hielt in einer Stellungnahme fest, es sei oberstes Ziel, „Produkte immer dort zu beziehen, wo es die besten regionalen Bedingungen gibt“. Man wolle aber gleichzeitig eine breite Auswahl bieten. Versuche mit Brokkoli im Marchfeld seien an „Anbaukonzept und Struktur der ansässigen bäuerlichen Betriebe“ gescheitert. „Daher wurde ein anderer Anbieter gesucht, der die von uns gewünschte Qualität in der benötigten Menge liefern kann - und gleichzeitig unsere hohen Standards erfüllt.“ Dass das Gemüse aus Ecuador kommt, ist auf der Packung ersichtlich, wurde betont. „Lebensmittelrechtlich wären wir nicht einmal dazu verpflichtet, die Herkunft der Produkte anzugeben. Uns ist Transparenz aber wichtig und wir sind der Meinung, dass Konsumenten wissen sollten, woher ein Produkt stammt“, so der Hersteller.

Platz zwei ging übrigens an „Kelly‘s Pom-Bär“. Das Sackerl ist nur zur Hälfte gefüllt, was als „Mogelpackung“ kritisiert wurde. Platz drei nahm „Rio Mare Thunfisch Natur“ ein, weil Sellerie- und Zwiebelaroma zugesetzt war.

„Regionale Herkunft gewinnt an Bedeutung“
„Auffällig war im vergangenen Jahr, dass die Frage der regionalen Herkunft von Lebensmitteln wesentlich an Bedeutung gewinnt“, berichtete VKI-Projektleiterin Nina Siegenthaler.

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Der Lebensmittel-Check stellt eine enorme Fülle an Informationen zur Kennzeichnung und Aufmachung von Lebensmitteln zur Verfügung.

Konsumentenschutzminister Rudolf Anschober

Die Melde- und Informationsplattform Lebensmittel-Check wurde 2010 mit dem Konsumentenschutzministerium ins Leben gerufen. „Wer sich durch die Aufmachung, Kennzeichnung oder die Werbung eines Produktes in die Irre geführt sieht, kann dieses auf der Plattform melden und so direkt eine Prüfung durch den VKI veranlassen“, erläuterte VKI-Geschäftsführer Wolfgang Hermann.

Waren es 2018 rund 200 Beschwerden, stieg die Zahl 2019 auf 445 und im vergangenen Jahr auf 535. Der Lebensmittel-Check biete die Chance, sich bei Unzufriedenheit aktiv Gehör zu verschaffen.

Charlotte Sequard-Base
Charlotte Sequard-Base
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