21.02.2021 15:58 |

„Ideologie“ in Kantine

Frankreich streitet über Fleisch auf Schul-Tellern

In Frankreich ist ein Streit über fleischfreies Essen in Schulkantinen entfacht worden. Landwirtschaftsminister Julien Denormandie forderte am Sonntag auf Twitter: „Lasst uns aufhören, unseren Kindern Ideologie auf den Teller zu legen!“ Man solle ihnen geben, was sie zum Wachsen brauchen. Dazu gehöre auch Fleisch.

Wie die dpa berichtet, hatten Pläne aus Lyon in Frankreichs Südosten die Debatte ausgelöst. Demnach soll es dort ab Montag in den Schulkantinen nur noch ein Menü für alle geben, und zwar ohne Fleisch. Wegen der Corona-Pandemie gilt dort mit dem Ende der Winterferien ein neues Hygienekonzept. In den Kantinen soll dann alles schneller ablaufen.

Die städtische Beigeordnete für Bildung, Stephanie Leger, sagte, das Menü sei nicht vegetarisch - es enthalte etwa Fisch und Eier - und sei das einzige, das kein Kind ausschließe. Leger betonte zudem, die Maßnahme sei vorübergehend. Es habe sie bereits von Mai bis Juli in der Stadt gegeben.

„Skandalöse Ideologie“
Nach Willen von Landwirtschaftsminister Denormandie soll sich nun der Präfekt der Region mit dem Fall befassen. Heftige Kritik an dem Vorhaben kam auch von Frankreichs Innenminister Gerald Darmanin. Auf Twitter sprach er von einer skandalösen Ideologie: Die moralistische und elitäre Politik der Grünen schließe das einfache Volk aus und sei eine inakzeptable Beleidigung für Frankreichs Landwirte und Fleischer.

Lyons Bürgermeister, Gregory Doucet, reagierte prompt und versicherte, die Maßnahme, nur ein Menü anzubieten, sei aus Hygienegründen getroffen worden.

Sebastian Räuchle
Sebastian Räuchle
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