13.02.2021 13:16 |

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AstraZeneca testet seinen Impfstoff nun an Kindern

Alle drei bisher in der EU zugelassenen Impfstoffe sind ab einem Alter von 16 Jahren empfohlen - Jüngere haben derzeit keine Aussicht auf eine baldige Immunisierung. Das französisch-österreichische Biotech-Unternehmen Valneva kündigte aber zumindest an, bis Ende des Jahres ein Vakzin zu liefern, mit dem man Kinder bedenkenlos impfen kann. In diese Nische will auch AstraZeneca: Mit einer neuen klinischen Studie prüfen Forscher der Universität Oxford nun, ob ihr Corona-Impfstoff auch bei Kindern und Jugendlichen wirkt.

„Es ist wichtig zu untersuchen, wie Kinder und Jugendliche auf den Impfstoff reagieren, da einige Kinder von einer Impfung profitieren könnten“, sagte Andrew Pollard von der Universität Oxford laut einer Mitteilung. Der stellvertretende medizinische Chefberater der britischen Regierung, Jonathan Van-Tam, hatte jüngst mitgeteilt, derzeit liefen mehrere Studien, um Impfstoffe für Kinder zu entwickeln.

Das Mittel, das AstraZeneca und die Universität gemeinsam entwickelt hatten, soll noch im Februar an 300 Freiwilligen zwischen sechs und 17 Jahren getestet werden. Dabei erhalten bis zu 240 Probanden den Impfstoff, die restlichen hingegen ein Kontrollmittel. Dabei handelt es sich laut der Uni Oxford um eine Impfung gegen Meningitis, die laut den Forschern sicher sei, aber zu ähnlichen Reaktionen wie die Corona-Impfung führen könnte, wie Schmerzen an der Einstichstelle.

Studie soll „wichtige Rolle“ für Zukunft der Kinder spielen
Der Impfstoff namens ChAdOx1 nCoV-19 basiert auf bestimmten manipulierten Viren, die eigentlich bei Affen vorkommen, und wird seit Wochen in Großbritannien bei Erwachsenen eingesetzt. Nun wolle man sehen, ob Kinder und Jugendliche ihn ebenso gut vertragen und er so „sicher und effektiv“ wie bei den Erwachsenen wirkt, so eine beteiligte Wissenschaftlerin, die sicher ist, dass diese Studie „eine wichtige Rolle spielen wird, um in Zukunft Kinder zu schützen“.

Der Oxford-Experte Rinn Song sagte, die Pandemie habe tiefgreifende negative Auswirkungen auf Bildung, soziale Entwicklung und emotionales Wohlbefinden von Kindern und Jugendlichen gehabt. „Es ist daher wichtig, Daten über die Sicherheit und die Immunantwort auf unseren Corona-Impfstoff in diesen Altersgruppen zu sammeln, damit sie möglicherweise in naher Zukunft von der Aufnahme in Impfprogramme profitieren können.“

Nach Ansicht des Kinderärzteverbands Royal College of Paediatrics and Child Health kann Covid-19 auch bei Kindern zu Tod oder schweren Erkrankungen führen. Dies sei aber selten. Es gebe auch Hinweise darauf, „dass es weniger wahrscheinlich ist, dass Kinder sich infizieren“. Auch die Rolle von Kindern bei der Übertragung ist weiter unklar: Es fehlen eindeutige Beweise, dass sie ansteckender sind als Erwachsene.

Heike Reinthaller-Rindler
Heike Reinthaller-Rindler
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