27.01.2021 09:06 |

Nach Mord in Tirol

Ehefrau erdrosselt: Haftstrafe auf 15 Jahre erhöht

Zwölf Jahre Haft entschieden die Geschworenen im September, nachdem ein Arbeiter (56) aus dem Tiroler Kössen nach jahrelangen Ehe-Querelen seine Gattin (52) mit einer Hundeleine erdrosselt hatte. Der Staatsanwaltschaft war dies zu milde und das Oberlandesgericht folgte nun dieser Sicht: Drei Jahre Gefängnis kommen hinzu.

„Sie wollte mich immer für sich haben“, hatte der Angeklagte beim Schwurgerichtsprozess im Herbst von Eifersucht und Kontrollwahn des Opfers gesprochen. Wenn er unterwegs war („mir blieb ohnehin nur noch der Stammtisch am Freitag“), habe ständig das Telefon geläutet oder sie habe SMS geschrieben.

Leiden im Ehe-Alltag breit geschildert
Gleichzeitig habe die Gattin viel Geld für Kosmetik und Einkäufe ausgegeben, nicht vereinbar mit seiner Arbeit bei der Straßenmeisterei und 300.000 Euro Schulden für das Haus. Alles sei wie ein „riesiger Rucksack“ gewesen, der am 7. Februar 2020 zu schwer geworden sei. Die Tat war dann eine Art „Befreiung“.

Zunächst am unteren Ende des Strafrahmens
Bei den Geschworenen fielen diese Schilderungen offenbar deutlich ins Gewicht, denn angesichts der schrecklichen Ereignisse blieb man mit den zwölf Jahren Haft am unteren Ende des Strafrahmens.

„Wir haben die Akten sehr genau gelesen, die Geschworenen hatten sehr wohl berücksichtigt, dass eine längere, emotionale Geschichte vorangegangen ist“, hieß es am Dienstag nach der Beratung seitens des Richtersenates am Oberlandesgericht. Man habe aber auch berücksichtigen müssen, dass dem Mord nur eine „geringe Provokation“ des Opfers vorangegangen sei.

Tat nach fünf Tagen bemerkt
Wie berichtet, war der 56-Jährige damals etwas später nach Hause gekommen - gerade, als seine Frau die Hundeleine genommen hatte, um mit dem Haustier Gassi zu gehen. Begleitet vom Vorwurf, dies sei eigentlich Aufgabe des Mannes. Beim kurzen Gerangel mit der Leine sah der Angeklagte „rot“ und würgte seine Frau, bis sie tot war. Erst durch besorgte Arbeitskollegen flog das Verbrechen fünf Tage später auf.

Bei einem Strafrahmen von zehn Jahren bis zu lebenslanger Haft sah das OLG nun 15 Jahre als angemessen.

Andreas Moser, Kronen Zeitung

 Tiroler Krone
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