Kärntner war der Boss

Polizei sprengt Drogenring in Justizanstalt Karlau

Steiermark
25.01.2021 10:49

Die Grazer Polizei und die Justizbehörden haben einen Drogenring im Gefängnis aufliegen lassen. Es gibt 16 Tatverdächtige. Im Fokus steht ein 24-jähriger Häftling aus Kärnten, der unter Verdacht steht, in der Justizanstalt Graz-Karlau illegal mit künstlichen Cannabinoiden gehandelt zu haben.

Bereits seit Herbst 2020 liefen die Ermittlungen von Suchtgiftermittlern des Grazer Kriminalreferats. Beamte der Justizanstalt Graz-Karlau waren bei der Überwachung von Telefon- und Besuchsgesprächen der Häftlinge auf Zahlencodes aufmerksam geworden und informierten umgehend die Polizei. Im Zuge der Ermittlungen bestätigte sich der Verdacht: Der Drahtzieher ist ein bereits wegen Suchmitteldelikten in Haft befindlicher Kärntner (24).

Dieser brachte seine nicht in Haft befindliche Freundin (21) aus Kärnten dazu, künstliche Cannabinoide via Bitcoins im Darknet zu beschaffen. Kommuniziert wurde über ein illegales Handy. Mit den Drogen präparierte Stoffstücke sowie Briefpapier schickten die Freundin sowie die 47-jährige Mutter des Häftlings dann mit der Post in die Justizanstalt. Um die Spuren zu verwischen, fälschten die beiden Frauen Absendernamen und Adressen. Mithäftlinge fungierten als Empfänger, Verteiler und Geldeintreiber.

Die Justizanstalt Graz-Karlau (Bild: Jürgen Radspieler)
Die Justizanstalt Graz-Karlau

Die aus dem Handel lukrierten Einnahmen in Form von Paysafe-Codes, transferierte der 24-jährige Haupttatverdächtige an die beiden Frauen. Diese buchten eingelöste Vermögenswerte letztlich auf das „Häftlingskonto“ des 24-Jährigen zurück, wodurch sich dieser Markenkleidung, illegale Telefone oder Suchtmittel finanzierte.

Bereits am 23. November 2020 nahmen Ermittler die 21-Jährige über Anordnung der Staatsanwaltschaft Graz fest. Bei Hausdurchsuchungen an ihrem Wohnort in Kärnten stellten die Beamten Cannabinoide sicher. Dabei handelt es sich um farb- und geruchsneutrale synthetische Stoffe, die mitunter lebensgefährlich sein können. Sie konnten mit Hilfe eines Sachverständigen für pharmazeutische Chemie analysiert werden. Die junge Kärntnerin zeigte sich geständig und konnte bereits wieder aus der Haft entlassen werden. Bei der 47-Jährigen stellten Ermittler Hinweise zu den Transaktionen sicher. Sie stritt bisher ab, etwas von dem Handel ihres Sohnes gewusst zu haben.

13 Häftlinge waren beteiligt
Durch intensive Zusammenarbeit forschten die Beamten der beiden Ressorts in Summe 13 tatverdächtige Häftlinge aus. Die Männer im Alter von 23 bis 41 Jahren stammen aus zehn verschiedenen Nationen. Die Insassen wurden getrennt bzw. in andere Haftanstalten verlegt. Auch eine 34-jährige Kärntnerin geriet ins Visier der Ermittlungen und wurde angezeigt. Sie übermittelte ihrem in Haft befindlichen Mann bereits 2019 derartige Suchtmittel.

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