22.01.2021 07:16 |

AK zog Bilanz

Ein schwieriges Jahr für die Konsumenten

Die Corona-Pandemie sorgte 2020 für einen rapiden Anstieg an Anfragen in der Konsumentenschutzabteilung der Arbeiterkammer. Absagen von Reisen und Veranstaltungen waren das Hauptthema.

Insgesamt wurden im vergangenen Jahr 7752 Anfragen bearbeitet, das entspricht einem Plus von 21 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. „2020 war nicht nur menschlich ein schwieriges Jahr, sondern auch für Konsumenten“, hält AK-Präsident Gerhard Michalitsch fest. Insgesamt konnten Konsumenten durch das Einschreiten der AK-Experten 213.522,15 Euro sparen.

Zwei „Großereignisse“ haben die Anfragen in der Konsumentenschutzabteilung rasant ansteigen lassen. Zum einen die Pandemie, die ab März für Absagen von Reisen, Flügen und zahlreichen Kultur- und Sportveranstaltungen führte. „Die Auswirkungen in der Reise-Branche waren schlimmer als erwartet. Die Anfragen reichten von normalen Stornos über rechtliche Möglichkeiten bei Absagen bis hin zu Sorgen vor Reiseantritten“, resümiert Konsumentenschutzabteilungsleiter Christian Koisser. Ein Problem sei vermehrt die Bereitstellung von Gutscheinen vonseiten der Veranstalter gewesen. „Anstatt bereits bezahltes Geld zurückzuüberweisen, wurden Kunden Gutscheine angeboten. Dadurch tragen aber die Konsumenten ein enormes Insolvenzrisiko“, so Koisser. So sei es beispielsweise vereinzelt zu Fällen gekommen, in denen Fluglinien pleitegingen und Kunden auf dem Verlust sitzen blieben. Eine Prognose für 2021 will der Experte nicht wagen. Fragen rund um Reisen werden ihn und sein Team wohl auch dieses Jahr beschäftigen: „Vor allem natürlich, inwieweit diese überhaupt möglich sind und welches Risiko bei Buchungen besteht. Corona alleine ist kein Rücktrittsgrund.“ Auch die Fortzahlungen von Mitgliedsbeiträgen für eigentlich geschlossene Fitnessstudios veranlasste Konsumenten vermehrt dazu, Rat zu suchen.

Ab Juli sorgte der Skandal rund um die Commerzialbank für einen weiteren Anstieg der Anfragen. Sorgen um das eigene Geld oder die laufenden Zahlungen von Krediten waren beherrschendes Thema der ehemaligen Bankkunden. „Die Einlagensicherung hat viel, aber leider nicht alles abgefedert“, betont Koisser. Auch der Bankskandal und seine Folgen werden in diesem Jahr weiterhin spürbar sein. „Zurzeit ist aber die Frage des Lockdowns zu klären. Ein baldiges Ende wäre nötig. Aber auch klare Richtlinien für Konsumenten, was den Umtausch von Weihnachtseinkäufen und das Einlösen von Gutscheinen angeht“, betont Michalitsch.

Carina Lampeter, Kronen Zeitung

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