20.01.2021 14:28 |

Urteil in Brüssel

Geoblocking: Spielepublisher müssen Strafe zahlen

Weil sie die Aktivierung von Computer- und Videospielen über bestimmte Ländergrenzen hinaus blockiert haben, sind der Steam-Betreiber Valve sowie fünf weitere Publisher jetzt von der EU-Kommission zu seiner Geldstrafe von insgesamt 7,8 Millionen Euro verdonnert worden. Die Brüsseler Behörde sah es als erwiesen an, dass die Unternehmen rund 100 Videospiele „geoblockiert“ hatten, um zu verhindern, dass diese außerhalb bestimmter EU-Länder aktiviert und gespielt werden können.

Die Geoblockierung sollte laut einer Mitteilung der EU-Kommission vom Mittwoch zwischen 2010 und 2015 verhindern, dass Spiele außerhalb von Tschechien, Polen, Ungarn, Rumänien, der Slowakei, Estland, Lettland und Litauen aktiviert werden. Gamer aus anderen EU-Ländern mit höherem Durchschnittseinkommen sollten so daran gehindert werden, Schlüssel zur Aktivierung der Spiele über die Plattform Steam in den blockierten Ländern billiger einzukaufen als in ihren Heimatländern.

Fünf Publisher wurden daher mit einer Geldstrafe belegt: Focus Home wurde zu einer Geldstrafe von fast 2,9 Millionen Euro verdonnert, ZeniMax zur Zahlung von mehr als 1,6 Millionen Euro und Koch Media zu einer Geldstrafe von rund 980.000 Euro. Capcom und Bandai Namco fassten niedrigere Strafen von rund 396.000 bzw. 340.000 Euro aus. Um zehn bis 15 Prozent strafmildernd hatte sich ausgewirkt, dass die Unternehmen an der Untersuchung mitwirkten - im Gegensatz zum Steam-Betreiber Valve, der mit einer Geldstrafe von mehr als 1,6 Millionen Euro belegt wurde.

Digitale Binnenmarkt-Regeln verletzt
„Die heutigen Sanktionen gegen die Geoblocking-Praktiken von Valve und fünf PC-Videospielverlagen erinnern daran, dass es Unternehmen nach dem EU-Wettbewerbsrecht untersagt ist, den grenzüberschreitenden Verkauf vertraglich zu beschränken. Solche Praktiken berauben die europäischen Verbraucher der Vorteile des digitalen EU-Binnenmarkts und der Möglichkeit, sich nach dem günstigsten Angebot in der EU umzusehen“, kommentierte EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager.

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