Lieder neu entdeckt

Wie die Spinnerin die Lebensfäden knüpft

Wo sind die Lieder, die von Verlust und Verweigerung, von Sehnsucht und vom stillem Ertragen erzählen? Die Musikerin Julia Lacherstorfer, die aus Bad Hall stammt und in Wien lebt, suchte danach - und so entstand ihre neue CD „Spinnerin“.

„Krone“: Sie wollen mit Ihrer CD „Spinnerin“ die Fäden zu den Frauen früher knüpfen?
Julia Lacherstorfer: Ja, ich wollte schon länger ein Soloprogramm machen, das sich traditionellen Liedern aus weiblicher Perspektive widmet. Als meine Recherche dafür begonnen hat, stellte ich fest, dass es davon in traditionellen Liederbüchern und Volksliedarchiven nicht so viel zu finden gibt. Aber es gab natürlich viele Lieder, die von Frauen erzählen und auch von ihnen gesungen wurden.

„Krone“: Wie sind die Texte und die Musik dann entstanden?
Lacherstorfer: Meine künstlerischen Methoden für dieses Album waren sehr unterschiedlich: Einerseits habe ich Frauen besucht und Interviews mit ihnen geführt, diese dann experimentell verarbeitet und zu neuen Musikstücken gemacht. Teilweise hab’ ich auch Inspiration in Büchern gefunden. Und zwei der Stücke im Album sind Kompositionsaufträge.

„Krone“: Wie haben Sie das Album eingespielt?
Lacherstorfer: Den Großteil meiner Studiotage habe ich alleine mit meiner kanadischen Co-Produzentin und meinem oberösterreichischen Tonstudio-Kollegen Christoph Burgstaller verbracht. Gegen Ende des Aufnahmeprozesses habe ich beschlossen, dass ich das Programm live mit der Cellistin Sophie Abraham aufführen möchte, und sie einige Tage ins Studio eingeladen

„Krone“: Was ist Ihre Conclusio?
Lacherstorfer: Die Menschen sind von den Geschichten berührt, und Erinnerungen an ihre eigenen Großmütter werden dabei wieder wach. Das finde ich total schön!

Elisabeth Rathenböck
Elisabeth Rathenböck
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Montag, 08. März 2021
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