22.12.2020 07:45 |

Am Weg nach Wien

16 frierende Flüchtlinge aus Kleinbus befreit

Stundenlang hatten die leicht bekleideten Flüchtlinge bei Eiseskälte im Laderaum eines Kastenwagens ausgeharrt, ehe sie von slowakischen Grenzbeamten befreit wurden. Der mutmaßliche Schlepper hatte die 16 Illegalen in Serbien aufgelesen und sollte sie über Ungarn und die Slowakei nach Wien chauffieren.

„Sie waren bereits völlig unterkühlt und erschöpft. Laut ersten Informationen waren die Flüchtlinge die ganze Nacht lang unterwegs“, wie Polizeisprecherin Denisa Bardyova berichtet. Die insgesamt 16 Illegalen (15 Syrer und ein Somalier) seien demnach allesamt nur leicht bekleidet gewesen und hätten nur wenige Decken zur Verfügung gehabt - einmal abgesehen von den hygienischen Zuständen im Laderaum des Kastenwagens.

50 Euro für Schlepperfahrt
„Laut den ersten Erkenntnissen und Befragungen unserer Spezialermittler hat der mutmaßliche Schlepper die Passagiere an der ungarisch-serbischen Grenze aufgelesen. Jeweils 50 Euro mussten die Flüchtlinge für die Schlepperfahrt nach Österreich an den verdächtigen Bulgaren bezahlen“, so die Sprecherin.

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Aufgrund der lebensgefährlichen Schleppung droht dem Fahrer eine Freiheitsstrafe von zwölf bis 20 Jahren.

Polizeisprecherin Denisa Bardyova

Doch die illegale Reise hatte bereits wenige Kilometer vor dem Ziel in Österreich schließlich ein Ende: Am ungarisch-slowakischen Grenzübergang in Rajka-Cunovo südlich von Bratislava befreiten Fahnder die durchgefrorenen Passagiere aus dem Laderaum. Während diese nach durchgeführtem Corona-Test in eine Flüchtlingseinrichtung kamen, wanderte der in Wien lebende Bulgare vorläufig hinter Gitter.

Klaus Loibnegger, Kronen Zeitung

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