05.11.2010 19:04 |

Pannenserie

Triebwerkschaden: Qantas-Maschine musste umkehren

Rund 36 Stunden nach der A380-Notlandung in Singapur ist am Freitag dort erneut eine Qantas-Maschine mit Triebwerkschaden außerplanmäßig gelandet. Diesmal hatte eine Boeing 747 mit 431 Menschen an Bord Probleme mit einem Triebwerk. Flug QF6, am Donnerstagabend in Frankfurt gestartet, war wie der Airbus A380 am Vortag auf dem Weg von Singapur nach Sydney.

Nach Angaben der Fluglinie handelte es sich nicht um ein schwerwiegendes Problem an dem Triebwerk. Wenige Stunden später sei die Crew mit dem gleichen Flugzeug erneut nach Sydney aufgebrochen.

A380 nach Triebwerk-Ausfall notgelandet
Am Donnerstag hatte ein Qantas-Airbus A380 fünf Minuten nach dem Start einen lauten Knall und Triebwerk-Ausfall erlebt. Teile der Triebwerkverkleidung stürzten aus 2.000 Metern Höhe zu Boden, die Tragfläche wurde beschädigt. Qantas hatte deshalb alle Flüge mit dem Airbus A380 vorerst eingestellt.

Spekulationen, wonach der im benachbarten Indonesien ausgebrochene Vulkan Merapi für die Triebwerkstörungen verantwortlich sein könnte, hatten Experten schon am Donnerstag zurückgewiesen. Der Vulkan liegt rund 1.200 Kilometer südöstlich von Singapur, und weder der Airbus noch die Boeing waren über das betroffene Gebiet geflogen.

Materialfehler oder Design-Problem
Der Qantas-Vorstandsvorsitzende Alan Joyce erklärte auf einer Pressekonferenz in Sydney, die genaue Ursache für den Brand des Triebwerks des A380 sei noch nicht bekannt. Eine Untersuchung laufe. Das Problem liege aber wohl im Triebwerk und sei nicht auf die Wartung der erst zwei Jahre alten Maschine zurückzuführen. Die Airline glaube, es handle sich "wahrscheinlich um einen Materialfehler oder ein Design-Problem".

Wie außerdem bekannt wurde, ließ sich ein anderes Triebwerk des Qantas-A380 nach der Notlandung am Donnerstag in Singapur nicht abschalten. Die genaue Ursache dafür sei nicht bekannt, aber möglicherweise habe der Brand die anderen Triebwerke beeinflusst, sagte Joyce. Rolls Royce und Airbus würden eine Reihe Tests an jedem A380 der Fluggesellschaft durchführen. Die Überprüfungen sollten binnen 24 bis 48 Stunden abgeschlossen sein. Joyce sagte, wenn keine Probleme festgestellt würden, könnten die Riesenjumbos wieder starten.

Fluglinien testen Airbus-Triebwerke
Unterdessen testeten weitere Fluglinien, die ebenfalls über den Airbus A380 verfügen, die Triebwerke ihrer Maschinen. So hat die Lufthansa die Triebwerke des ersten ihrer drei Superjumbos erfolgreich getestet. "Die Checks waren ohne Befund", sagte Lufthansa-Sprecher Thomas Jachnow am Freitag. Die Maschine startete dann wie geplant gegen 13.30 Uhr von Frankfurt nach Tokio. Ein weiterer A380 wird in Frankfurt getestet, der dritte befindet sich derzeit in Tokio und auch bei dieser Maschine werden die Triebwerke gecheckt.

Die Lufthansa hatte am Donnerstagabend eine ihrer drei A380-Maschinen wegen zusätzlicher Sicherheitsüberprüfungen zunächst am Boden gelassen. Auf der Route Frankfurt-Johannesburg wurde stattdessen eine Maschine vom Typ A340-600 eingesetzt.

Die Fluggesellschaft Singapore Airlines, die nach dem Unglück am Donnerstag ihre elf A380 ebenfalls auf dem Boden ließ, nahm den Flugbetrieb mit den Maschinen unterdessen wieder auf.

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