29.11.2020 09:00 |

Tourismus-Branche

„Hunderte retten sich mit Überbrückungskrediten“

Die anhaltende Virus-Krise bringt die Salzburger Tourismus-Branche in große finanzielle Schwierigkeiten: Hunderte Betriebe retten sich mittlerweile mit Überbrückungskrediten, allein bei der Tourismusbank gingen 1131 Anträge ein. „Bisher führen die Gastronomen bei den Anträgen“, so Direktor Martin Hofstetter.

Verschickt hat Simone Orgler ihren Antrag bereits im Frühjahr – die Antwort der Tourismusbank für die Haftungsübernahme ihres 70.000 Euro hohen Überbrückungskredites flatterte bei der Kaprunerin bereits wenig Tage später ins Haus.

„Dank unserer Hausbank ist das gut gelaufen, sonst hätten wir eine Alternative wählen müssen“, berichtet Orgler, die die Pension St. Georg betreibt. Ähnlich geht es Hotelier Walter Veit aus Obertauern, der auch wegen der immer noch ausständigen Entschädigungszahlungen einen sechsstelligen Kredit-Betrag aufnahm. „Der Branche ist das Geld ausgegangen, hunderte retten sich mit Überbrückungskrediten“, sagt Veit.

Gastronomie führt derzeit bei den Anträgen
Das zeigen auch die Zahlen der Österreichischen Tourismusbank, die Haftungen zur Besicherung der Kredite anbietet. Seit März bewilligten die Wiener 1131 Anträge aus der Salzburger Freizeit- und Tourismuswirtschaft mit einem Haftungsvolumen von 178,7 Millionen Euro. „Rund 49,7 Prozent entfallen auf die Gastronomie, 45,3 Prozent auf die Beherbergung“, sagt Direktor Martin Hofstetter. Pro Antrag liegt das Volumen im Österreich-Schnitt bei 135.941 Euro.

Ob der Trend auch in der Wintersaison anhält, lässt sich nicht prognostizieren. „Derzeit gibt es vermehrt Anfragen von Betrieben, die Haftungsrahmen reduzieren wollen, um den Umsatzersatz beantragen zu können“, sagt Hofstetter.

Verena Seebacher
Verena Seebacher
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