Buch beweist:

Attraktiver Unterricht in Mathematik ist möglich

Wir bauen eine Kirche, konstruieren Papierflieger und rasen über Bergpässe: Ein Buch sammelt lebensnahe Beispiele für „trockenes“ Fach: Motivierende Mathematik ist möglich!

„Wozu so viel Mathematik? Das ist alles so schwierig! Und welchen Sinn hat das alles überhaupt?“, fragt mich mein 12-Jähriger, der in die 2. Klasse Gymnasium geht. Ich erinnere mich: Mir ist Mathematik gelegen. Ich habe gern getüftelt und gerechnet. Aber man muss eine gewisse Veranlagung zum “Denksport„ haben, um Mathematik zu mögen. Oder motivierende Lehrer.

Findige LehrerInnen haben sich zusammengetan
So wie Eva Aschauer, Iris Berger, Romana Fellner, Ronald Hohl, Manuela Aichinger und Lukas Strobl, die sich um motivierende Mathematik bemühen, welche auch spielerisch daherkommt. Sie lehren an Gymnasien und HTL quer durch Oberösterreich Mathematik und habengemeinsam mit ihrem Herausgeber Jürgen Maaß von der School of Education der JKU in Linz ein Buch herausgebracht, das das Leben vieler Schülerinnen und Schüler verändern oder zumindest erleichtern könnte.

Mehr soll im Gedächtnis bleiben
Es heißt frech „Attraktiver Mathematikunterricht“, ist im Springer-Verlag erschienen und bringt „Motivierende Beispiele aus der Praxis“. Beispiele, die etwas Spielerisches und Lebensnahes an sich haben und im Gedächtnis bleiben. Damit nicht das passiert, was nicht nur Maaß beklagt: „Von all dem unterrichteten Stoff bleibt nur sehr wenig nach der Schule im Gedächtnis und aktiv verfügbar.“ Dieses Buch versucht die Frage „Was hat das alles für einen Sinn?“ zu beantworten: „Wozu Mathematik?“

Eine Kirche bauen und vom Fliegen träumen
Zum Beispiel, indem man eine Kirche baut oder eine Burg. Dazu müssen Pläne gezeichnet und Baumaterialien bestellt bzw. herbeigeschafft werden. Oder man hängt dem Traum vom Fliegen nach, was während des Unterrichts sonst eher ein Krisenzeichen ist. Wer konstruiert den besten Papierflieger? Welcher fliegt am weitesten? Da wird gleich auch ein wenig Statistik mitgelernt.

Erleuchtung mit der Taschensonnenuhr
Auch Politische Bildung wird lebendig: Wie werden denn aus Wählerstimmen Sitze im Parlament? Projekte rund ums Spielen mit einem Ball führen Mathematik, Physik und Sport zusammen: Wie geht der ideale Abstoß? Eine Taschensonnenuhr wird gebaut, mit dem Anspruch, die Zeit möglichst genau anzuzeigen. Wie wird eine Weltraumsonde bis zum Pluto gelotst, und wie modelliert man die ideale Flugbahn dafür?

Optische Eindrücke in den Kurven
Oder wie kurvt man mit einem schweren Motorrad über Bergstraßen, ohne rauszufliegen? Hier verbinden sich Verkehrserziehung und Mathematik zu einem schwungvollenErlebnis. Auch die Kunst hilft, der Mathematik einen Sinn zu geben - und umgekehrt: Mit dem Bild „Strahlender September“ aus verschiedenen gelben Quadraten werden die Auswirkungen kleiner Veränderungen auf optische Eindrücke erforscht.

Werner Pöchinger
Werner Pöchinger
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Donnerstag, 26. November 2020
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