23.10.2020 18:22 |

Berg-Karabach-Konflikt

Erdogan fordert Beteiligung an Friedensgesprächen

Im Konflikt um die Region Berg-Karabach hat der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan eine Beteiligung seines Landes an Friedensgesprächen gefordert. Aus Russland habe es zu diesem Vorschlag bisher keine negative Rückmeldung gegeben, sagte Erdogan am Freitag. Armenien hingegen lehnt eine Vermittlerrolle der Türkei ab. US-Außenminister Mike Pompeo hat am Freitag Vertreter beider Seiten des Konflikts zu separaten Gesprächen in Washington empfangen.

Die Türkei steht im Konflikt um die Südkaukasusregion an der Seite Aserbaidschans. Armenien sieht Russland als Schutzmacht. „Das ist eine seltsame Position“, sagte der armenische Regierungschef Nikol Paschinian am Freitag der russischen Nachrichtenagentur Interfax zu Erdogans Vorstoß.

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Der aserbaidschanische Präsident Ilham Aliyev hatte zuvor eine Beteiligung der Türkei ins Gespräch gebracht. In dem Konflikt vermitteln Russland, Frankreich und die USA als sogenannte Minsk-Gruppe der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa.

Brüchige Waffenruhe
Die beiden Ex-Sowjetrepubliken kämpfen seit Jahrzehnten um die bergige Region. Berg-Karabach wird von Armenien kontrolliert, gehört aber völkerrechtlich zum islamisch geprägten Aserbaidschan. In einem Krieg nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion vor rund 30 Jahren verlor Aserbaidschan die Kontrolle über das Gebiet. Seit 1994 galt eine brüchige Waffenruhe.

USA halten getrennte Gespräche mit Konfliktparteien ab
US-Außenminister Mike Pompeo hat am Freitag Vertreter beider Seiten zu separaten Gesprächen in Washington empfangen. Der aserbaidschanische Außenminister Jeyhun Bayramow und sein armenischer Kollege Sohrab Mnatsakanjan hatten zuvor ein Dreier-Treffen ausgeschlossen. Vor den Gesprächen hatte Pompeo die Erwartungen niedrig gehalten. „Es ist eine komplizierte diplomatische Situation.“

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