22.10.2020 11:55 |

Zahlen explodieren

Alarm in D: „Wir müssen mit mehr Toten rechnen“

Der Präsident des Robert-Koch-Instituts (RKI) hat sich besorgt über die jüngste Entwicklung in der Corona-Krise in Deutschland gezeigt. „Inzwischen ist die Situation insgesamt sehr ernst geworden“, sagte Lothar Wieler am Donnerstag. Es müsse damit gerechnet werden, dass es wieder mehr schwere Fälle und Tote geben werde, denn alte Menschen könnten nicht auf Dauer völlig isoliert werden, mahnte Wieler. 

Aktuell meldete das RKI 11.287 festgestellte Neuansteckungen binnen 24 Stunden. Der bisherige Höchstwert seit Beginn der Corona-Pandemie in Deutschland war am Samstag mit 7830 Neuinfektionen erreicht worden.

Großteil der Ansteckungen im privaten Bereich
Im Vergleich zur ersten Welle der Pandemie im Frühjahr nehme laut Wieler derzeit die Ausbreitung des Virus in privaten Haushalten deutlich zu. Ursache sei, dass sich Menschen vor allem bei privaten Begegnungen ansteckten und das Virus mit nach Hause brächten. Aber er fügte hinzu: „Derzeit haben wir noch die Chance, die weitere Ausbreitung des Virus zu verlangsamen.“ Dabei gelte es, die Hygieneregeln einzuhalten. 

Schutz der Risikogruppen besser als im Frühjahr
Dass die Todesfälle im Frühjahr höher lagen als jetzt im Herbst, erklärte der RKI-Chef damit, dass Deutschland am Anfang der Pandemie von der Geschwindigkeit der Ausbreitung bis zu einem gewissen Grad überrascht worden sei. Der Schutz der Risikogruppen wie alte oder kranke Menschen sei noch nicht so gut gewesen. Inzwischen würden Altenheime oder Krankenhäuser besser geschützt. Zudem würden im Herbst viel mehr junge Menschen angesteckt.

„Gesundheitsämter müssen trotz Problemen durchhalten“
Trotz der derzeitigen teilweisen Überforderung appellierte Wieler an die Gesundheitsämter, durchzuhalten. Die Überforderungen seien „ernst und besorgniserregend“, sagte Wieler. Aber man müsse jede Anstrengung auch unter diesen Umständen aufrechterhalten und dürfe nicht aufgeben, sondern weitermachen „nach bestem Wissen und Gewissen“.

Söder: „Wir dürfen die Nachverfolgung nicht aufgeben“
Bayerns Ministerpräsident Markus Söder warnte unterdessen vor einem exponentiellen Anstieg der Infektionszahlen. Deutschland könne sich von der weltweiten Entwicklung nicht abkoppeln. „Ich glaube nicht, dass es ein Corona light in Deutschland gibt“, sagt der CSU-Chef. Das Aufspüren der Infektionsketten sei wesentlich: „Wir dürfen die Nachverfolgung nicht aufgeben.“

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