14.10.2020 11:36 |

Nach drei Stunden Flug

„Sojus“ mit drei Astronauten dockt an ISS an

Mitten in der Coronavirus-Pandemie sind am Mittwoch eine US-Astronautin und zwei Kosmonauten zur Internationalen Raumstation ISS aufgebrochen. Die „Sojus“-Rakete mit Kathleen Rubins und den Russen Sergej Ryschikow und Sergej Kud-Swertschkow hob um 7.45 Uhr MESZ vom Weltraumbahnhof Baikonur in der Steppe der Ex-Sowjetrepublik Kasachstan in Zentralasien ab. Rund drei Stunden später dockte die russische „Sojus“-Kapsel mit dem Trio, das voraussichtlich bis zum Frühjahr 2021 im All bleiben wird, an der ISS an.

Die „Sojus“-Raumkapsel dockte um 10.52 Uhr MESZ am Außenposten der Menschheit in rund 400 Kilometern über der Erde an. Die Flugzeit von drei Stunden und sieben Minuten war Rekord für einen bemannten Raumflug, hieß es in der Flugleitzentrale bei Moskau. Der bisherige Bestwert für einen Flug zur ISS hatte bei drei Stunden und 18 Minuten gelegen - allerdings für einen unbemannten „Progress“-Raumfrachter.

Crew war vor Start einen Monat in Quarantäne
Die ohnehin hohen Sicherheitsvorschriften für Raumfahrer wurden wegen der Pandemie noch einmal verschärft. Die Crew habe mehr als einen Monat in Quarantäne verbracht und sei mehrfach auf das Virus getestet worden, sagte Rubins vor dem Abflug. Vor ihrer Zeit bei der Raumfahrtbehörde NASA forschte die Amerikanerin als Mikrobiologin und beschäftigte sich unter anderem mit Viren. Für sie ist es bereits der zweite Flug zur ISS. „Wahrscheinlich ist die Internationale Raumstation jetzt der sicherste Ort“, sagte ihr russischer Kollege Ryschikow mit Blick auf die Virus-Gefahr auf der Erde.

Strenge Ausgangsbeschränkungen in Baikonur
In der Stadt Baikonur in der Nähe des gleichnamigen Weltraumbahnhofs gab es in den vergangenen Monaten wegen rasant steigender Corona-Infektionen strenge Ausgangsbeschränkungen. Dort leben auch viele Mitarbeiter der russischen Raumfahrtbehörde Roskosmos.

Auf der ISS arbeiten zurzeit drei Raumfahrer: die Russen Anatoli Iwanischin und Iwan Wagner sowie der US-Amerikaner Christopher Cassidy. Sie waren im Frühjahr ebenfalls unter strengen Corona-Auflagen zum Außenposten der Menschheit gestartet. Sie sollen noch im Oktober zur Erde zurückkehren.

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