09.10.2020 18:03 |

French-Open-Star

Diego Schwartzmans bewegende Familiengeschichte

Auf diesem Bild sieht es so aus, als ob sich Dominic Thiems guter Freund Diego Schwartzman beim Himmel bedanken würde. Und tatsächlich: Durch seine bewegende Lebensgeschichte weiß er: Es gibt Wichtigeres als Tennis ...

Argentinien hatte heuer zwei Spieler in den Semifinale der French Open. Nadia Podoroska und Thiem-Bezwinger Diego Schwartzman. Denn Argentinien ist nicht nur eine Tennis-Macht, sondern auch ein Einwanderer-Land: Schon vor dem 20. Jahrhundert galt das Land als Fluchtziel europäischer Menschen, später wurde diese Tendenz noch stärker. Mancher floh vor der Armut, mancher vor der politischen Verfolgung und mancher vor dem Holocaust. Zu letzterer Gruppe gehörte der jüdische Urgroßvater von Diego Schwartzman, der in Polen geboren wurde.

Kupplung brach
Es war dabei ein Wunder, dass er es überhaupt nach Argentinien geschafft hatte. Schwartzman erzählt das so: „Er war bereits im Zug unterwegs Richtung KZ, als zwischen zwei Waggons die Kupplung brach“. Der Urgroßvater rannte um sein Leben - und schaffte es später auf einem Schiff nach Argentinien, ohne ein Wort Spanisch zu sprechen. Ein anderer Großvater väterlicherseits wanderte aus Russland auf einem Überseedampfer ein.

Die Anfänge waren also nicht leicht - und auch in Argentinien musste sich die Familie aus schwierigen Situationen herauskämpfen. So zum Beispiel erzählt Schwartzman, dass sein Karrierebeginn als Tennis-Spieler alles andere als eine „Triumphfahrt“ war: Zeitweise konnte die Familie selbst die Tennis-Stunden des kleinen Diego nicht zahlen. Zu den Turnieren wurde er oft nur von seiner Mutter begleitet, „wir teilten uns sogar das Hotelbett, weil wir uns nicht mehr leisten konnten. Und an einem Turnier verkauften wir Gummi-Armbänder, um die Reise zu finanzieren“, verriet Schwartzman noch im Jänner in einem selbstverfassten Essay für die Homepage der ATP-Tour.

„Shorty“ bis jetzt nicht geschnappt
Deshalb kümmert es ihn wenig, dass er der Kleinste unter den Halbfinalisten bei den French Open ist, mit seinen 1,70 Meter - und wegen seiner Größe auch den Spitznamen „El Peque - Shorty“ genannt wird. „Ich habe größere Probleme, als zehn Zentimeter kleiner zu sein als alle anderen“, sagt der Argentinier. Auch gegen Nadal dürfte das nicht viel ausmachen. „Schließlich gibt es viele Gründe, weshalb ich gar nicht hier sein sollte.“ Jetzt wissen wir auch, welche Gründe er damit meint ….

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