19.09.2020 14:47 |

Neues Foto gepostet

Nawalny dankt den „brillanten Ärzten“ in Berlin

Der wegen einer schweren Vergiftung in Berlin behandelte Kreml-Kritiker Alexej Nawalny hat auf seiner Instagram-Seite ein neues Bild veröffentlicht, das ihn stehend auf einer Stiege in der Berliner Charité zeigt. Der 44-Jährige dankte in der am Samstag veröffentlichten Nachricht den „brillanten Ärzten“ der Klinik, die ihm aufgrund der Behandlung ermöglicht hätten, wieder an der „modernen Gesellschaft“ teilnehmen zu können.

„Jetzt bin ich ein Kerl, bei dem die Beine zittern, wenn er Stiegen steigt“, schrieb er passend zu dem Bild auf den Stufen. Noch kürzlich habe er nicht einmal Menschen erkannt und nicht begriffen, wie das Sprechen funktioniert. „Das hat mich zur Verzweiflung getrieben, weil ich ja im Grunde schon verstanden habe, was der Doktor will, aber ich wusste nicht, woher ich die Worte nehmen soll.“

Selbst Wasser einschenken fällt noch schwer
Nawalny geht nach eigener Darstellung noch von einem längeren Weg bis zu seiner Genesung aus. Es gebe noch viele Probleme zu lösen. Das Telefon fühle sich in der Hand an wie ein Stein. „Und sich selbst Wasser einschenken ist eine richtige Attraktion.“ Der Post erhielt innerhalb kurzer Zeit fast eine halbe Million Likes.

Russland bestreitet jegliche Verwicklung
Nawalny wird seit dem 22. August in der Charité behandelt. Wochenlang lag er in einem künstlichen Koma. Nach Angaben von Speziallaboren wurde er mit einem Nervenkampfstoff der Nowitschok-Gruppe vergiftet. Russland bestreitet Vorwürfe, etwas mit dem Fall zu tun zu haben.

Der Kreml wies zuletzt auch Darstellungen von Nawalnys Team zurück, der Gegner des russischen Präsidenten Wladimir Putin sei vermutlich in einem Hotel in Tomsk in Sibirien vergiftet worden. Das Team hatte dort nach eigenen Angaben eine Wasserflasche sichergestellt, bei der ein Labor in Deutschland Nowitschok-Spuren gefunden habe.

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