14.09.2020 10:33 |

„Beleidigung“

Istanbul: Protest gegen „Charlie Hebdo“-Karikatur

Rund 200 Demonstranten haben in Istanbul gegen die Wiederveröffentlichung umstrittener Karikaturen des Propheten Mohammed durch die französische Satire-Zeitung „Charlie Hebdo“ protestiert. Die Demonstration am Sonntag im europäischen Teil der Stadt richtete sich auch gegen den französischen Präsidenten Emmanuel Macron. Dieser werde einen „hohen Preis“ zahlen, hieß es auf Schildern.

Der Chefredakteur des Fernsehsenders Kudus (Kudus bedeutet „Jerusalem“), Nureddin Sirin, beschuldigte Macron, „Beleidigungen des Islam“ zu unterstützen. Dabei benutze er die Pressefreiheit als „Ausrede“. Sirin warf dem französischen Staatschef auch „Arroganz“ in seiner Haltung zum Gas-Streit im östlichen Mittelmeer vor.

Macron hatte die Türkei am Donnerstag dazu aufgerufen, in ihrem Konflikt mit Griechenland um die Gasvorkommen „rote Linien“ nicht zu überschreiten. Außerdem hatte Frankreich zur Unterstützung Griechenlands seine Marinepräsenz im östlichen Mittelmeer verstärkt. Zu „Charlie Hebdo“ hatte Macron darauf hingewiesen, dass es in Frankreich das Recht auf Blasphemie gebe. Dieses sei durch die Gewissensfreiheit abgedeckt.

Karikaturen erneut abgedruckt
Die Zeitung hatte die Mohammed-Karikaturen, wegen derer sie zur Zielscheibe eines blutigen islamistischen Anschlags im Jänner 2015 geworden war, aus Anlass des Prozesses gegen mutmaßliche Helfer der Attentäter Anfang September in einer Sonderausgabe erneut abgedruckt. Daraufhin hatte es bereits Proteste in Pakistan, im Iran und anderen islamischen Ländern gegeben.

Die Islamisten, die am 7. Jänner 2015 den Anschlag auf „Charlie Hebdo“ in Paris verübt und dabei zwölf Menschen getötet hatten, begründeten das Verbrechen mit den Karikaturen. Die Zeichnungen zeigen unter anderem den Propheten Mohammed mit einer Bombe auf dem Kopf anstelle eines Turbans.

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