04.09.2020 10:22 |

1 Monat nach Explosion

„Herzschlag“ und „Atmen“ unter Trümmern geortet

Rund einen Monat nach der verheerenden Explosion im Hafen von Beirut haben Rettungshelfer möglicherweise Hinweise auf einen weiteren Überlebenden. Unter den Trümmern eines eingestürzten Hauses, das nur wenige Hundert Meter vom Explosionsort im Hafen der libanesischen Hauptstadt entfernt gestanden war, schlug der Suchhund eines chilenischen Rettungsteams an. Die Helfer hatten daraufhin Spezial-Scanner eingesetzt, mit dem sie einen mutmaßlichen Pulsschlag identifizierten. Auch von „Atemgeräuschen“ war am Freitag die Rede. Nach so langer Zeit ist es allerdings sehr unwahrscheinlich, dass es tatsächlich noch Überlebende gibt.

Laut einem Bericht des libanesischen TV-Senders Al-Jadid wurden mithilfe eines Wärmebildgeräts sogar zwei Körper ausgemacht - ein kleinerer und ein größerer, die nebeneinander lagen. Sofort hatten sich die Einsatzkräfte an die Arbeit gemacht und Trümmerteile zu entfernen begonnen. Scheinwerfer erhellten am Abend den Ort, an dem das dreistöckige Gebäude im Stadtteil Jemmeiseh eingestürzt war. Die Rettungshelfer versuchten, von oben an die Opfer zu kommen. Ein Mitarbeiter des libanesischen Zivilschutzes sagte, sie versuchten, ein Loch in die Trümmer zu machen.

Proteste wegen unterbrochener Suche
Die Arbeiten seien gefährlich, weil die noch stehenden Mauern schwach seien und einstürzen könnten. Immer wieder wurde die aufgeregte Menge, die sich versammelt hatte, gebeten, für wenige Minuten ruhig zu bleiben, um das Rauschen genauer lokalisieren zu können. Als dann zu späterer Stunde die Sucharbeiten für mehrere Stunden unterbrochen wurden, protestierten die Anrainer lautstark gegen diesen Beschluss. Freitagfrüh setzten die Rettungsteams ihre Suche fort.

„Wir arbeiten seit heute Nacht ohne Unterbrechung“, sagte der Zivilschutzdirektor George Abou Moussa am Freitag. Zwar sei bisher ein Teil der Trümmer beseitigt worden, „ein Ergebnis“ gebe es jedoch noch nicht. Helfer räumten die Trümmer in der Früh mit bloßen Händen weg.

190 Tote, 6000 Verletzte
Bei der Explosionskatastrophe am 4. August waren mindestens 190 Menschen ums Leben gekommen und mehr als 6000 verletzt worden. 2750 Tonnen Ammoniumnitrat, das der Regierung zufolge sechs Jahre lang ungesichert im Hafen gelagert worden war, detonierten aus noch nicht bekannten Gründen. Der Hafen und große Teile der umliegenden Wohngebiete wurden massiv zerstört. Derzeit werden nach Angaben des libanesischen Gesundheitsministeriums noch sieben Menschen vermisst.

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