29.08.2020 18:49 |

Kampf um jeden Punkt

Stark! Ivona Dadic im Dauerregen auf Rekordkurs

Ivona Dadic, die großartige Kämpferin! Trotz widriger Bedingungen hält Österreichs Leichtathletik-Star nach dem ersten Tag der Staatsmeisterschaften im Siebenkampf in Götzis bei tollen 3787 Punkten. Damit kann die 26-Jährige sogar noch - obwohl im Mehrkampf-Mekka in Vorarlberg von Regen und nur 15 Grad mächtig behindert - am Sonntag die Weltjahresbestleistung von Alina Shukh aus der Ukraine (6386) verbessern. Ivi: „Ich lasse mich vom Wetter nicht verrückt machen und kämpfe sicher um jeden Punkt!“

Zu Beginn schien Dadic in Götzis zwar fast im Dauerregen zu ertrinken, dennoch begann sie ihren Siebenkampf mit 13,57 im Hürdensprint und 1,87 m im Hochsprung sehr stark, dann ließ der Regen etwas nach und sie ließ die Kugel auf tolle 14,58 m fliegen. Und zum Abschluss des ersten Tages lief sie die 200 m in 24,21 Sekunden. Damit hält sie also bei 3787 Punkten. Zum Vergleich: Alina Shukh kam bei ihrer Weltjahresbestleistung am ersten Tag auf 3616 Punkte …

Starker Hürdensprint
Aber der Reihe nach! Schon der Hürdensprint von Dadic war eine Klasse für sich! Gezogen von Beate Schrott, die ein paar Übungen des Siebenkampfes mitmachte und über 100 m Hürden 13,47 lief, steigerte Dadic ihre persönliche Jahresbestzeit auf 13,57 Sekunden. Diese Zeit war nach 13,36 (Ried 2019) und 13,56 (Ratingen 2018) ihr drittbestes Hürdenergebnis überhaupt. Damit war sie sogar schneller als bei ihrer Siebenkampf-Bestleistung (6552 Punkte) von der EM 2018 in Berlin, wo sie 13,66 gelaufen war. Gerade im Hochsprung erwies sich die Modellathletin einmal mehr als großartige Kämpferin. Im strömenden Regen sprang sie ihre ersten vier Höhen (1,66 m; 1,69 m; 1,72 m und 1,75 m) im ersten Versuch, über 1,78 m flog sie im zweiten Anlauf, jubelte danach zu Recht! Eine tolle Leistung im Regen! Dadic scheiterte erst dann knapp an 1,81 m.

Tolle Serie mit der Kugel
Wenig später schon das Kugelstoßen, wo sie eine starke Serie hinlegte. Über 14,32 m und 14,39 m steigerte sie sich im letzten Durchgang auf 14,58 m. Nur dreimal war sie in ihrer Karriere besser, ihre Bestleistung steht seit diesem Jahr, seitdem sie im Kugelstoßen von Sepp Schopf betreut wird, bei 14,97 m. Etwas enttäuschend waren damit für sie nur die 200 m, wo sie 24,21 Sekunden lief und eigentlich unter Wert geschlagen wurde. „Woran das lag, weiß ich wirklich nicht“, meinte Dadic, die mit all ihren anderen Leistungen zufrieden war. „Es war ein Okay-Tag!“ So hört sich das aus dem Munde einer Weltklasse-Athletin an, wenn sie bei so schlechten Bedingungen eine solche Punktzahl nach dem ersten Tag schafft. Bei ihrer Siebenkampf-Bestleistung (6552) von der EM in Berlin 2018 hatte sie beim Zwischenstand 3846 Punkte geschafft.

Ein Solo für Ivona Dadic
Die Meisterschaften in Götzis sind natürlich ein großes Solo für Ivona Dadic, die nach dem ersten Tag vor Chiara-Belinda Schuler (3090), Isabel Posch (3051) und Sarah Zimmer (2848) führt. Denn die WM-Dritte im Siebenkampf von Doha 2019, Verena Preiner, hatte für Götzis wegen ihrer erst kürzlich überstandenen Knöchelverletzung abgesagt, Sarah Lagger verzichtete wegen einer Hauterkrankung an den Beinen auf ihre Teilnahme.

Schrott zum Spaß im Kugelstoßen dabei
Beate Schrott, 2012 in London Olympia-Siebente über 100 m Hürden, setzte nach ihrem Auftakt im Hürdensprint den Mehrkampf sogar noch fort, hatte freilich im Hochsprung bei 1,36 m keinen gültigen Versuch, trat aber noch „zum Spaß“ im Kugelstoßen an. Da freute sie sich riesig über eine persönliche Bestweite von 11,27 m, angefeuert von ihrem Verlobten Christian Taylor. Dieser hatte außer Konkurrenz aus dem vollen Training heraus („just for fun“) über 100 m (10,97) und im Weitsprung (6,94 m) teilgenommen.

Multerer führt im Zehnkampf
Im Zehnkampf führt nach dem ersten Tag der von Herwig Gruensteidl trainierte Wiener Philipp Multerer mit 3331 Punkten. Die Einzelleistungen von Multerer: 100 m - 11,67; Weit - 6,71; Kugel - 9,63; Hoch - 1,91; 400 m - 52,98. Zweiter ist hier im Zwischenstand Stanislav Vala (3295) vor Konstantin Beiser (3255).

Olaf Brockmann

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