27.08.2020 08:31 |

18 Kadaver am Strand

Kleiner Bub streichelt toten Delfin auf Mauritius

Dramatische Bilder erreichen uns aus Mauritius: Ein kleiner Bub streichelt einen toten Delfin - und das ist nur einer der rund 18 Breitschnabeldelfine, die an den Stränden des Urlaubsparadieses verendet sind. Bei der Autopsie der Tiere sei kein Öl an den Kadavern gefunden worden, erklärte das Fischereiministerium am Mittwoch. Deshalb werde ein Zusammenhang mit der Ölkatastrophe durch das Frachter-Unglück vor rund einem Monat vorerst ausgeschlossen.

Die Tiere, von denen einige noch lebten, als sie gefunden wurden, wiesen zum Teil Verletzungen auf, hieß es. Auf den Kadavern der Delfine, die eine Unterart der Wale sind, seien keine Spuren von Öl gefunden worden, sagte der Fischereiminister von Mauritius, Sudheer Maudhoo. Auch in den Atemwegen der Tiere wurde demnach kein Öl gefunden. Zuvor hatte der Regierungsbeamte Preetam Daumoo gesagt, er befürchte, dass der Tod der Tiere auf das Schiffsunglück zurückzuführen sei.

Tonnenweise Öl ins Meer geströmt
Der Frachter Wakashio war Ende Juli mit rund 4000 Tonnen Treibstoff an Bord vor Mauritius auf Grund gelaufen - rund zehn Kilometer von dem Fundort der Delfine entfernt. Zwei Wochen nach dem Unglück brach das Schiff auseinander, 800 bis 1000 Tonnen Öl strömten ins Meer.

Die Ursache des Unglücks vor der Südostküste des Urlauberparadieses ist weiterhin unklar. Der indische Schiffskapitän und sein Steuermann wurden festgenommen. Ein Teil des Wracks wurde am Montag im offenen Meer in rund 3000 Metern Tiefe versenkt. Zuvor wurde es nach Angaben der Behörden von Öl und Trümmerteilen befreit.

Tod nur ein „sehr unglücklicher Zufall“?
Bei der Ursache für den Tod der Tiere könnte es sich auch um einen „sehr unglücklichen Zufall“ handeln, sagte Owen Griffiths von der Mauritius Marine Conservation Society vor der Bekanntgabe der Autopsieergebnisse. „Wahrscheinlich folgten sie einem Fischschwarm in die Lagune und fanden den Weg ins Meer nicht wieder.“ Einen ähnlichen Vorfall habe es 2005 gegeben. Die Umweltorganisation Greenpeace forderte in einer Erklärung eine „dringende Untersuchung“.

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