10.08.2020 11:50 |

Covid-19 in Italien

Klassenzimmer gesucht: Unterricht in Hotel & Kino?

Die italienische Regierung kämpft gegen die Zeit, um nach der mehrmonatigen Coronavirus-Pause am 14. September die Wiedereröffnung der Schulen zu ermöglichen. Ab Herbst sollen die Schüler auf Einzelbänken in den Klassenzimmern sitzen. Klassen sollen aus maximal 15 Schülern bestehen. Schulen sind daher nun auf der Suche nach zusätzlichen Räumlichkeiten für den Unterricht - auch an ungewöhnlichen Orten.

Seit dem 5. März sind die Schulen in Italien geschlossen. Bis zum Ende des Schuljahres Mitte Juni wurde lediglich Fernunterricht angeboten. Auch Kindergärten sollen im September neu starten, und zwar mit mehr Personal. Die Suche nach zusätzlichen Räumen für circa 400.000 Schüler sei voll im Gange, erklärte Bildungsministerin Lucia Azzolina.

Wegen der Platznot in den Schulen könnte der Unterricht auch in Kinos, Theatern und Museen stattfinden. Auch in Kongresszentren, Hotels und in Frühstückspensionen suchen die Schulleiter Plätze für die Klassen, sie müssen jedoch bestimmte Sicherheitsstandards erfüllen, berichtete die Tageszeitung „La Stampa“.

Fernunterricht bleibt für ältere Schüler
Die italienische Regierung denkt auch an einen gestaffelten Ein- und Austritt in den Schulen. Der Austausch unter den Klassen soll stark eingeschränkt werden. Auf umstrittene Pläne, wie Plexiglas-Wände um die Schulbänke aufzustellen, hat die Regierung von Premier Giuseppe Conte inzwischen verzichtet. So werden Kinder auch keinen Mundschutz tragen müssen. Schulkantinen sollen wieder öffnen. Fernunterricht wird weiterhin aufrechterhalten, aber nur für ältere Schüler.

Die italienischen Schulen, die am 5. März nach Ausbruch der Coronavirus-Epidemie geschlossen worden waren, sollen am 14. September wieder öffnen. Einzige Ausnahme ist Südtirol, wo der Unterricht bereits am 7. September beginnen wird. Südtirol hält am eigenen Schulkalender fest.

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