Künstler auf Konsole

Salzburg stellt Weichen: Er schreibt Geschichte!

Fußball National
29.07.2020 06:03

Red Bull Salzburg stellt die Weichen für die Zukunft. Nicht nur auf dem gewohnten Rasen, sondern auch am virtuellen Grün. Mit eSports-Botschafter Andres Torres verlängerte der Serienmeister um ein weiteres Jahr. Damit ist der Künstler auf der Konsole der Erste und Einzige in seinem Metier mit vier Vertragsverlängerungen bei einem Bundesliga-Klub.

Er lebt weiter seinen großen Traum! Vor wenigen Tagen wurden die eSports-Kontrakte von Torres und Kollege Sercan Kara verlängert. „Drei Jahre bei der absoluten Nummer eins in Österreich, zwei eBundesliga-Titel erkämpft, viele unzählige schöne Momente beim Verein erlebt... und es wird besser“, verkündete Torres, dessen Mutter aus Spanien und Vater aus der Türkei stammt, voller Freude.

„Ich war der erste FIFA-eSportler, der von einem österreichischen Klub unter Vertrag genommen wurde, und jetzt bin ich der erste, dessen Vertrag viermal verlängert wurde“, erzählt der Rekordmann im Gespräch mit sportkrone.at. Aufgrund der Corona-Pandemie fanden die Vertragsverhandlungen diesmal nicht persönlich, sondern über das Telefon statt. „Es gab nicht wirklich viel zum Reden, denn es war sicher mein bestes Jahr“, schildert Torres mit einem Fingerzeig auf seine sportlichen Erfolge sowie seine zahlreiche Kooperation mit namhaften Unternehmen.

„Man kann davon leben!“
Seine Aufgaben sind breit gefächert: Als eSports-Botschafter der Bullen soll er die Salzburger nicht nur auf der Konsole, sondern auch marketingtechnisch vertreten. Im Gegenzug bekommt Torres, der übrigens seine aktive Fußballerkarriere bei der Wiener Viktoria mit Coach Toni Polster verletzungsbedingt beenden musste, Streaming-Equipment, rasend schnelles Internet und auch eine finanzielle Spritze zur Verfügung gestellt. Über Zahlen spricht der 25-Jährige nicht: „Aber man kann davon leben!“

(Bild: GEPA)

Dass eSports in der Gesellschaft teilweise noch immer belächelt wird, damit kann Torres leben: „Man wird jedoch schon immer mehr anerkannt“, betont er. „Vor dem eBundesliga-Finale habe ich die Bundesligaspiele im Fernsehen verfolgt. Nach den Spielen hab‘ ich mich dann fast jedes Wochenende in der Werbung gesehen. Dann hab‘ ich mir gedacht: ‚Wow - es hat sich echt was getan!‘“

Dieser Spieler beeindruckt sogar Torres
Eigenvermarktung ist auch in der eSports-Szene ein enorm wichtiges Instrument. Egal, ob Instagram oder Facebook - der Strahlemann versorgt seine Follower mit Zocker-Tipps, Gewinnspielen sowie Schnappschüssen mit (Ex)-Fußball-Stars der Mozartstädter. Diese forderte er bereits auch mehrmals zu Duellen heraus. Mit einigen sind auch gute Freundschaften entstanden: „Regelmäßigen Kontakt habe ich mit Noah Okafor, der ja zuletzt begonnen hat, zu streamen.“ Der Schweizer Jungstar glänzt nicht nur in der echten, sondern auch in der virtuellen Fußballwelt: „Der kann schon einiges“, schmunzelt Torres, der aber auch noch mit Ex-Salzburg-Profi Munas Dabbur, der nun bei Hoffenheim kickt, einen engen Kontakt pflegt.

Noah Okafor (li.) (Bild: GEPA, krone.at-grafik)
Noah Okafor (li.)

Seine größten Erfolge
„Das waren sicher bisher meine größten Erfolge“, blickt er auf seine beiden Teamerfolge mit seinen Salzburger Mannschaftskollegen beim krone.at-eBundesliga-Finale zurück. 2019 und 2020 sicherten sich die Bullen den Titel. Im vergangenen Jahr hatte er noch einen Fixplatz, in diesem Jahr war er nicht zu stoppen: Ohne eine einzige Niederlage schaffte er es durch die Online- und Offline-Qualifikation. Und am Ende waren die Salzburger wieder einmal nicht zu biegen.

„Warum soll das ein anderer Verein nicht auch können?
Erfolgsverwöhnt ist man in der Mozartstadt jedenfalls: In der vergangenen Saison kürte sich die Truppe rund um Trainer Jesse Marsch am grünen Rasen zum siebenten Mal in Folge zum österreichischen Meister. Dass hinter dem großen Budget auch jede Menge harte Arbeit steckt, unterstreicht auch Torres: „Wenn man sieht, was für Transfers Salzburg in den letzten fünf bis zehn Jahren getätigt hat. Sie haben Spieler entdeckt, diese sehr günstig geholt und dann um 15-20 Millionen verkauft. Wenn das der FC Red Bull Salzburg kann, warum soll das ein anderer Verein in Österreich nicht auch können?“ Vor allem das erstklassige Scouting-Netzwerk der Bullen hat es dem Ex-Fußballer angetan. Dass Salzburg von vielen nur als „Ausbildungsverein“ für Topklubs gesehen wird, stört den Bullen-Fan nicht: „Es ist kein Geheimnis. Wir wissen, dass diese Spieler dann Begehrlichkeiten wecken. Für einen Fußballer ist es immer der Anreiz, bei Real Madrid, Liverpool, Barcelona, Juventus und wie sie alle heißen zu spielen.“

Leistungstests auch für Zocker
Nicht nur die „echten“ Kicker werden bei Meister Salzburg auf Herz und Nieren geprüft - kürzlich mussten auch die FIFA-Zocker der Bullen zum Leistungstest.

Auf einen generellen allgemeinen Gesundheitscheck folgten Testungen in Bereichen wie Kraft und Ausdauer, eine orthopädische Untersuchung und - für eSportler wie Torres besonders wichtig - die Prüfung der mentalen Fähigkeiten. Dabei wurde verstärkt auf die Auswertung der kognitiven Reaktionsfähigkeit und der Hand-Augen-Koordination Wert gelegt. In Salzburg wird eben nichts dem Zufall überlassen …

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(Bild: KMM)



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