13.07.2020 11:26 |

Online für 119 Euro

Auch Drogeriemarkt dm verkauft jetzt Corona-Tests

Der Drogeriemarkt dm hat angekündigt, ab sofort Coronavirus-Tests für zu Hause anzubieten. Aus Sicherheitsgründen sollen die Tests demnach allerdings ausschließlich über den Onlineshop vertrieben werden. Es handelt sich um sogenannte PCR-Tests, wie sie zuvor bereits BIPA für Ende Juli angekündigt hatte. Für 119 Euro könne der dm-Test in den eigenen vier Wänden durchgeführt werden - und zwar lediglich via Speichelprobe. Die Untersuchung der Proben soll dann in zertifizierten Labors stattfinden.

Wer sich bislang auf eine akute Infektion mit dem Coronavirus testen lassen wollte, konnte sich - bei Symptomen - entweder an die Gesundheitshotline 1450 wenden oder ein privates Labor aufsuchen, das solche Tests durchführt. Im Zuge einer Kooperation von dm mit dem Salzburger Biotechnologieunternehmen Novogenia GmbH soll sich das mit dem „Coronavirus-Test für zu Hause“ nun ändern.

Die Entscheidung, den Test nur über den Onlineshop und nicht in den Filialen zu vertreiben, sei dabei bewusst im Sinne der Gesundheit von Kunden und Mitarbeitern getroffen worden. „Durch den exklusiven Online-Vertrieb wollen wir verhindern, dass mutmaßlich Infizierte oder deren nächste Angehörige bei der Beschaffung des Tests mit anderen Menschen in Kontakt kommen“, betont dm-Geschäftsführer Harald Bauer.

„Speichelproben vergleichbar aussagekräftig“
Für die Durchführung des Tests auf Coronaviren sei lediglich eine Speichelprobe der Testperson erforderlich. „Speichelproben können fehlerfrei selbst abgenommen werden“, erklärt Dr. Daniel Wallerstorfer, Geschäftsführer das Analyseinstituts (siehe auch Video unten). „Laut aktueller Studienlage sind selbst gesammelte Speichelproben vergleichbar aussagekräftig wie professionell abgenommene Nasenabstriche und noch dazu deutlich angenehmer.“ Alles dafür Notwendige inklusive einer genauen Anweisung zur Entnahme sei im Test-Set enthalten.

Die entnommene Probe werde dann „sicher verpackt“ ins Labor geschickt. Die übliche Analysedauer beträgt laut dm ein bis drei Tage, das durch einen Login geschützte Ergebnis werde im Anschluss digital übermittelt. Die Genauigkeit liegt laut Angaben des Herstellers bei 99 Prozent.

Positive Tests werden gemeldet
Die Test-Sets stammen aus der Novogenia GmbH, einem Biotechnologieunternehmen aus Salzburg, und werden dort auch ausgewertet. Positive Tests müssen an das zuständige Gesundheitsamt gemeldet werden - der Erkrankte sei angehalten, sich in Heimquarantäne zu begeben.

Bei der Untersuchung einer Coronavirus-Infektion gilt der PCR-Test derzeit als Goldstandard. Er weist virales Erbgut mit hoher Genauigkeit und geringen Fehlerraten nach. Allerdings war der Test bislang nur dann verlässlich, wenn die Rachen- oder Nasenabstriche für die Proben auch korrekt durchgeführt wurden - was für die Tester bei den Abstrichen schwer ist und für die Patienten unangenehm.

Alternative Speicheltest
Eine neuere Lösung ist das Testen von Speichel. Nachdem eine Studie in Hongkong schon im Februar gezeigt hatte, dass sich die RNA von SARS-CoV-2 auch in Speichelproben mit relativ hoher Trefferquote nachweisen lässt, kamen auch Studien im australischen Melbourne und der Universität Yale in den USA auf vielversprechende Ergebnisse mittels Speicheltests. Fazit: Die Entnahme und das Verpacken der Proben durch die Probanden zu Hause sei bei der Speichelentnahme viel zuverlässiger als mit dem Spatel im Rachen. Jedoch standen Forscher etwa in Deutschland den Speicheltests lange kritisch gegenüber.

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