Behörden-Wirrwarr

Polizei bewacht Covid-Verdachtsfall 4 Stunden lang

Zuweilen treibt die Corona-Krise Blüten: So bewachte die Polizei im Linzer Stadtteil Ebelsberg vier Stunden lang einen betrunkenen Kupfermuckn-Verkäufer. Die Rettung nahm den Mann aber zunächst nicht mit ins Spital, weil nach einer Fiebermessung Corona-Verdacht bestand. Letztlich wurde er doch ins Krankenhaus gebracht - ein Test fiel negativ aus.

Der Kupfermuckn-Verkäufer (57) aus Linz war am Samstagnachmittag erstmals aufgefallen, weil er stark alkoholisiert beim Spar am Lunaplatz am Boden lag. Ein Passant alarmierte um 14.30 Uhr die Rettung. Der Obdachlose lehnte Hilfe ab, Sanis und Polizisten zogen ab.

Gesundheitsamt nicht erreicht
Gegen 16.30 Uhr riefen Passanten erneut Hilfe, weil der Linzer wieder am Boden lag. Die Sanitäter machten diesmal eine Fiebermessung: über 37 Grad, somit ein Corona-Verdachtsfall. Daraufhin weigerte sich die Rettungscrew zur Verblüffung der Polizisten, ihn mitzunehmen. Die Ordnungshüter konnten den Journaldienst des Linzer Gesundheitsamtes nicht erreichen. Kurz nach 17 Uhr meldete sich die Behörde doch, meinte, sie könne keine Weisung erteilen, da nicht vor Ort. Das Amt verwies auf das Bezirksrettungskommando, das sagte, es habe keine mobilen Schnelltester.

Rettung half doch
Als es bis 20 Uhr keine Entscheidung gab, fragte die Polizei erneut bei dem Bezirksrettungskommando an. Nun ging es doch. Der 57-Jährige wurde nach vier Stunden in die Uniklinik, MedCampus III., eingeliefert: Der Covid-Test verlief dann übrigens negativ.

Christoph Gantner
Christoph Gantner
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Dienstag, 04. August 2020
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