23.06.2020 10:00 |

Abzocke mit Inseraten

Zu schön, um wahr zu sein: Betrug mit „Wohnungen“

Schöne Wohnung, beste Lage – und dann auch noch unschlagbar günstig: Wer eine solche Anzeige im Internet liest, hat entweder einen echten Glücksgriff gelandet oder könnte auf ein gefälschtes Immobilieninserat gestoßen sein. Laut den Experten von „Watchlist Internet“ boomen derzeit auf Online-Plattformen solch windige Betrügereien mit vermeintlichen Traumwohnungen.

Weil auf ihrem Lohnzettel das Wort „Ischgl“ stand, wurde die Wohnungssuche für eine Saisonarbeiterin nach der coronabedingten Flucht aus dem Paznauntal in ihrer Heimat Innsbruck zur reinsten Hölle. Doch auch sonst ist es trotz vieler leer stehender Wohnungen in Tirols Landeshauptstadt schwierig, ein günstiges Zuhause zu finden. Dies weiß man nicht erst seit der ersten Hausbesetzung nach zwölf Jahren.

Teuerstes Pflaster in Österreich
Laut einer aktuellen Studie sind Mieten in Innsbruck doppelt so teuer wie etwa in Leoben. Im Schnitt muss man für eine knapp 40 Quadratmeter große Garçonnière im Monat 620 Euro zahlen – der höchste Wert in ganz Österreich! Da kann ein verlockendes Angebot im Internet schon einmal zur Falle werden. Und solche Inserate scheinen derzeit wie Pilze aus dem Boden zu schießen.

Vermeintlicher Traum existiert oft gar nicht
„79 Quadratmeter große Wohnung im Zentrum von Innsbruck, neu eingerichtet und dazu noch eine Terrasse oder Balkon. Preis: 450 Euro im Monat!“ Wer bei einer solchen Immobilienanzeige (gesehen auf der Plattform „willhaben“) stutzig wird, hat guten Grund: Sehr oft stecken Betrüger dahinter – die „Traumwohnung“ existiert nicht. Wenn die „Vermieter“ angeblich auch noch im Ausland zu Hause sind und sie die Kaution vor dem Besichtigungstermin überwiesen haben wollen, sollte man sich von der vermeintlichen Traumwohnung verabschieden.

Abwicklung über eine gefälschte Airbnb-Seite
„Manche der betrügerischen Vermieter erklären schon im ersten Mail, dass die Abwicklung über Airbnb stattfinden soll“, wird auf der Seite von watchlist-internet.at gewarnt. „Stress in der Arbeit“ oder auch die aktuelle Corona-Krise werden dann etwa als Gründe genannt, warum man bei der Besichtigung nicht dabei sein kann. Die Masche ist aber immer die selbe: Um die Immobilie besichtigen zu können, soll eine Kaution an Airbnb überwiesen werden. Sollten sich die Interessenten danach gegen die Wohnung entscheiden, bekommen sie das Geld wieder zurück. Doch tatsächlich ist die Airbnb-Seite gefälscht und es gibt weder eine Besichtigung noch das Geld wieder retour.

Samuel Thurner
Samuel Thurner
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