Robert Hartlauer:

„Wir machen erstmals seit über 25 Jahren Verlust“

Vor wenigen Tagen endete für die 1700 Hartlauer-Mitarbeiter die Kurzarbeit. Bis auf die Akademie in Kronstorf ist bei der Steyrer Handelskette wieder Vollbetrieb. Mit der „Krone“ sprach Robert F. Hartlauer (45) über persönliche Herausforderungen, den ersten Verlust seit mehr als 25 Jahren und Optimismus.

„Krone“:Herr Hartlauer, von einem Tag auf dem anderen musste sie ihre 160 Geschäfte schließen. Wie haben Sie die Zeit seit Mitte März erlebt?
Robert F. Hartlauer: Es war eine sehr intensive Zeit für mich. Auf der einen Seite versuchten wir, einen Notbetrieb aufrecht zu erhalten, auf der anderen Seite suchten wir verzweifelt nach geeigneter Schutzausrüstung für unsere Mitarbeiter.

„Krone“:Was hat Sie als Unternehmer besonders gefordert?
Hartlauer: Am Fordernsten in der Lockdown-Zeit, in der mir de facto die Hände gebunden waren, war, meinen Antrieb und meine Motivation, etwas zu bewegen und zu agieren, nicht zu verlieren.

„Krone“:Sie sind Familienvater und Ehemann. Wie ging’s Ihnen da mit der Ausnahmesituation?
Hartlauer: Als Vater war ich auch Nachhilfelehrer in unterschiedlichsten Gegenständen. Es fiel mir sehr schwer, meinen Kindern den meiner Meinung nach sehr wichtigen sozialen Kontakt mit anderen stark einzuschränken. Als Ehemann war ich sicherlich für meine Frau eine stärkere Belastung als sonst.

„Krone“:Sie haben bei Hartlauer die Kurzarbeit beendet.
Hartlauer: Aus meiner Sicht müssen Firmen, die schon wieder die Möglichkeit haben, normal zu arbeiten, dies nun auch mit einhundertprozentiger Kraft tun. Glücklicherweise können wir durch erstklassige Schutzmaßnahmen einen sicheren Betrieb gewährleisten und so spricht nichts dagegen, wieder mit gewohntem Hartlauer-Einsatz für unsere Kunden da zu sein.

„Krone“:Welche Erwartungen haben Sie noch an das Jahr 2020?
Hartlauer: Das Jahr wird auch bei optimalem Verlauf der restlichen Monate voraussichtlich ein wirtschaftlich negatives Jahr. Aus heutiger Sicht wird Hartlauer erstmals seit über 25 Jahren keinen Gewinn, sondern einen Verlust machen. Da wir einen hohen Eigenkapitalanteil haben und stabil aufgestellt sind, wirkt sich ein einmaliges negatives Bilanzergebnis nicht langfristig aus. Mein Ziel wäre es, das Minus der Schließungsphase noch so gut wie möglich aufzuholen. Als Optimist hoffe ich das Beste.

Barbara Kneidinger
Barbara Kneidinger
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Donnerstag, 28. Oktober 2021
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