10.06.2020 06:00 |

Bus, Zug, Flug:

Wie Corona unsere Wege verändert hat

Die Krise hat gezeigt, was alles geht: Die Österreicher haben ihr Mobilitätsverhalten schnell umgestellt. Die Politik zieht nach - mit billigeren Zug- und teureren Flugtickets.

Maske hin, Desinfektion her: Spätestens wenn im Bus der Sitznachbar niest, macht sich bei Mitreisenden ein mulmiges Gefühl breit. Wer kann (und nicht ohnehin im Home-Office sitzt), setzt auf das gefühlt sichere Auto, so die Daten: Einer Umfrage der TU Wien zufolge fuhren vor der Krise noch mehr als fünf Prozent der 2500 Befragten mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zum Einkaufen. In der Krise war es weniger als ein Prozent. Die Zahl der Auto fahrenden Einkäufer stieg hingegen an.

Ein Fünftel will auch nach Corona vermehrt das Auto nützen
Einer weiteren Umfrage nach (Autoscout24, 500 Befragte) will ein Fünftel auch in der Zeit nach Corona vermehrt das Auto nützen, um weniger mit Bakterien und Viren in Berührung zu kommen.

„Menschen haben lieb gewonnene Gewohnheiten über Bord geworfen“
Insgesamt rechnen vier von zehn Österreichern damit, dass sich das Mobilitätsverhalten nach Corona ändern wird. „Viele wollen Home-Office auch in Zukunft stärker nutzen, was die Mobilität reduziert“, sagt etwa Martin Kocher, Chef des Instituts für Höhere Studien. Genau deshalb könne die Corona-Krise eine Chance für die Klimakrise sein. „Menschen haben innerhalb kürzester Zeit lieb gewonnene Gewohnheiten über Bord geworfen und gesehen, was der Staat bewirken kann“, sagt Kocher.

Klimaticket soll zum Umstieg auf Öffis animieren
Er und Theresia Vogel, Geschäftsführerin des Klimafonds, plädieren für Anreize statt Bestrafungen. Eine Maßnahme dahin gehend ist das 1-2-3-Klimaticket, das zum Umstieg auf die Öffis animieren soll. In Deutschland will die Bahn zum selben Zweck die von der Politik geplante Mehrwertsteuersenkung auf Zugtickets von 19 auf sieben Prozent an die Kunden weitergeben.

Mindestflugpreis angekündigt
In Österreich hat die Regierung die AUA-Rettung genutzt, um lang diskutierte Forderungen durchzusetzen: Die Ticketsteuer auf Kurzstrecken wird von zwölf auf 30 Euro angehoben, für Ticketpreise gibt es künftig eine Untergrenze auf Höhe der Steuern und Abgaben (durchschnittlich 40 Euro). Strecken, die mit der Bahn unter drei Stunden gefahren werden können, sollen künftig nicht mehr geflogen werden. Die letzte Einschränkung gilt allerdings nur für die AUA, andere Fluglinien dürfen weiterhin von Wien nach Graz fliegen …

Teresa Spari, Kronen Zeitung

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