23.05.2020 05:55 |

Mit Ölspur gedroht

Biker-Wahnsinn auf der Soboth: Anrainer klagen an

Die Sobother Bundesstraße ist ein heißes Pflaster! Immer wieder kommt es hier zu schweren Motorrad-Unfällen, bei einigen Anrainern liegen die Nerven blank. Vorige Woche entzündete sich deswegen ein Streit im Internet: Ein Anrainer hatte gedroht, Biker mit einer Ölspur zu empfangen. Die „Krone“ hat vor Ort mit Motorsport-Legende Achim Mörtl und dem völlig entnervten Anrainer über die Situation gesprochen.

Zahlreiche Kreuze entlang der Bundesstraße zeugen von den vielen Toten, die es hier in den vergangenen Jahren zu beklagen gab. Erst im vorigen Sommer passierten mehrere schlimme Unfälle: Zwei Motorradfahrer verstarben bei einer Kollision, wenige Wochen darauf krachten drei Biker mit einem Pkw zusammen, ein 24-Jähriger erlag seinen Verletzungen. Insgesamt starben in Kärnten im vergangenen Jahr vier Motorradfahrer bei Unfällen. 

Beliebtes Ausflugsziel

Trotzdem bleibt es der Traum vieler Biker, wie der Easy-Rider durch die Straßen zu knattern und den süßen Duft der Freiheit zu kosten. Doch des einen Freud ist des anderen Leid. Als Autofahrer bleibt man besser am rechten Rand der Fahrbahn - mancher Motorradfahrer schneidet. Ein Anrainer ist deswegen der Verzweiflung nahe: „Egal, wo ich mich auch am Grundstück aufhalte, die Motorengeräusche hört man überall. Besonders wenn sie in Gruppen unterwegs sind, ist es ein Albtraum“, erklärt der verzweifelte Steirer im Gespräch mit der „Krone“.

Mann drohte im Netz

Vergangene Woche postete er daher eine Drohung auf Facebook. Er werde vorbeikommende Biker „mit einer Ölspur empfangen“, so der Anrainer. Seither wird er im Netz massiv bedroht und möchte daher anonym bleiben. Mit dem Posting habe er nur provozieren wollen, um auf die Situation aufmerksam zu machen: „Ich will keinen Krieg führen. Ich will ein friedliches Leben.“

Gemeinsame Lösung finden

Dass eine Drohung nie der richtige Weg sein kann, um ein solches Problem zu lösen, schildert Motorsport-Legende Achim Mörtl der „Krone“ vor Ort: „Man kann sich das wahrscheinlich nur schwer vorstellen, wenn man hier wohnt, und tagtäglich fahren Hunderte Motorräder vorbei. Aber man kann als Anrainer nicht hergehen und sagen, ich lege eine Ölspur.“ Auf der anderen Seite seien auch die Drohungen und Beleidigungen mancher Biker keinesfalls in Ordnung, so Mörtl.

Einige schwarze Schafe

Viele Motorradfahrer verhalten sich selbstverständlich auch auf der Soboth korrekt, aber es gibt auch schwarze Schafe, die für alle ein Problem sind: „Wenn man sich nicht um die Möchtegern-Rennfahrer kümmert, dann wird es auf kurz oder lang zu Fahrverboten kommen“, warnt der Motorsportler und beschwört die Biker, sich auf einen gemeinsamen Weg zu einigen: „Es braucht eine Lösung, bei der man Anrainer und auch Biker einbindet“, fordert Achim Mörtl.

J. Bernögger/D. Wiedergut

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