12.05.2020 17:33 |

Tragödie in London

Spuckattacke: Öffi-Mitarbeiterin stirbt an Covid

Unfassbare Corona-Tragödie in Großbritannien: Eine Bahnhofsangestellte ist an der Lungenkrankheit Covid-19 gestorben - nachdem sie bei der Arbeit von einem eigenen Worten zufolge mit dem Coronavirus infizierten Mann bespuckt und angehustet wurde. Die 47-jährige Belly Mujinga sei wenige Tage nach dem Angriff am 22. März erkrankt und Anfang April im Krankenhaus gestorben, trauerte die Verkehrsgewerkschaft TSSA am Dienstag um die Frau, die einen Mann und eine elf Jahre alte Tochter hinterlässt.

Das neuartige Coronavirus überträgt sich unter anderem über Speichel. Auch eine Kollegin Mujingas, die bei dem Vorfall dabei war, hatte sich mit dem Virus infiziert. Die beiden waren nach Angaben der TSSA am 22. März in der Bahnhofshalle des Londoner Bahnhof Victoria vor dem Fahrkartenschalter, als sie von dem Mann bespuckt wurden. „Der Mann hustete sie an und sagte ihnen, er habe das Virus“, hieß es in der Erklärung der Gewerkschaft.

Frauen hatten nach Spuckattacke Angst um Leben
Mujinga und ihre Kollegin waren von der Spuckattacke sichtlich erschüttert und gingen in den Schalterbereich, um den Vorfall zu melden, wie in dem Schreiben der Gewerkschaft zu lesen ist. Die Frauen baten auch darum, die Polizei zu rufen. Mujinga habe darum gefleht, nicht wieder nach draußen zurückgeschickt zu werden, und bat darum, stattdessen hinter dem Schalter zu arbeiten. Sie sagte, sie habe Angst um ihr Leben. Zu diesem Zeitpunkt waren in Großbritannien weniger als 1000 Menschen an einer Covid-19-Erkrankung gestorben, aber das Virus breitete sich bereits aus. 

Zudem war Mujinga in einer Risikogruppe, hatte Atemprobleme und musste nach einer Operation regelmäßig zum Arzt - ihr Arbeitgeber habe laut Gewerkschaft über ihre Vorerkrankungen Bescheid gewusst. Doch obwohl die 47-Jährige und ihre Kollegin darum baten, nach der Spuckattacke für den Rest des Tages im Inneren des Gebäudes - mit einer Schutzbarriere zwischen ihnen und der Öffentlichkeit - arbeiten zu dürfen, schickte sie das Management für den Rest ihrer Schicht wieder nach draußen.

Innerhalb weniger Tage nach Angriff an Virus erkrankt
Innerhalb weniger Tage nach dem Angriff erkrankten beide Frauen an dem Virus. Einige Tage später wurde Mujinga der TSSA zufolge von ihrem Arzt krankgeschrieben. Ihr Zustand verschlechterte sich, woraufhin sie am 2. April ins Krankenhaus gebracht und an ein Beatmungsgerät angeschlossen wurde. Drei Tage später starb die Mutter einer elfjährigen Tochter. Ihren Mann sollte sie zum letzten Mal sehen, als sie mit der Rettung ins Krankenhaus gebracht wurde. Bei ihrer Beerdigung am 29. April durften nur zehn Personen teilnehmen.

Die britische Verkehrspolizei BTP nahm laut TSSA Ermittlungen auf. TSSA-Generalsekretär Manuel Cortes sagte, Mujinga sei eine „von viel zu vielen Mitarbeitern, die ihr Leben durch das Coronavirus verloren haben“. Er forderte, dass die Familien der Verstorbenen eine staatliche Entschädigung erhalten, die bisher nur den Betroffenen im Gesundheitswesen versprochen wurde.

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