13.05.2020 06:00 |

Migration in der Krise

Einmal in die EU und wieder zurück

Das Coronavirus wirkt sich auch auf Europas Migrationsströme aus. Während sich Flüchtlinge aus Angst vor der Krankheit von Spanien nach Marokko „zurückschleppen“ lassen, sitzen Migranten von der Türkei bis zum Balkan fest. Doch das nur, bis die Länder ihre Grenzen wieder öffnen.

Es war eine der beliebtesten Routen für die illegale Einreise nach Europa - die Straße von Gibraltar zwischen Spanien und Marokko. Zurzeit könnte sie eher als Fluchtroute bezeichnet werden. Die Angst vor der dramatischen Corona-Lage in Spanien trieb Hunderte Geschleppte erneut in die Hände der Schlepper. Etwa 5000 Euro drücken sie den Kriminellen in die Hand, um wieder in die alte Heimat geschleust zu werden.

Schauplatzwechsel: Von der Türkei bis zum Balkan braut sich etwas zusammen. 140.000 Migranten harren aus, um in Wunschdestinationen wie Österreich zu gelangen. Nur: Die Grenzen sind dicht, sie kommen weder vor noch zurück. Die Lage ist angespannt, Beobachter wie Österreichs oberster Anti-Schlepper-Boss Gerald Tatzgern warnen vor Tragödien wie in Parndorf 2015. Damals starben 71 Migranten, unter ihnen vier Kinder, in einem Kühllastwagen.

Die aktuelle Situation führt zum Beispiel wieder zu Schleppungen mit Kühl-Lkw und Containern. Denn nur der Gütertransport ist in Europa uneingeschränkt erlaubt. Viele Migranten auf dem Balkan warten daher auf die Grenzöffnung, um sich wieder den skrupellosen Schleusern anzuvertrauen.

In Österreich kommt es durch die Präsenz von Polizei und Heer nur zu wenigen Aufgriffen. Auch die Kriminalpolizei ist vor Ort, um die Kollegen zu schulen. Zusammen werden Lkw-Fahrer befragt und kontrolliert, um Tragödien zu vermeiden. Innenminister Karl Nehammer (ÖVP) setzt auf Vernetzung: „Die enge Zusammenarbeit mit den Staaten des Westbalkan ist ein Schlüsselfaktor für eine stabile Sicherheitslage in Österreich.“

Stefan Steinkogler, Kronen Zeitung

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