11.05.2020 12:11 |

Unfall nach Flucht

Opfer musste Wiener Autodieb „Starthilfe“ geben

Er gab sich erst als Polizist aus, zückte dann ein Messer - und weg war das Auto: Einem 30-Jährigen stahl ein vermeintlicher Exekutivbeamter Sonntagmittag in Wien-Landstraße das Fahrzeug und raste - nach einer kurzen und eher erzwungenen Einschulung in die Bedienung seitens des eigentlichen Besitzers - mit dem gestohlenen Gefährt davon. Doch nahe der Abfahrt Wöllersdorf auf der Südautobahn in Niederösterreich verursachte der Flüchtende einen Unfall und versuchte sein Glück zu Fuß. Das jedoch war dem Verdächtigen nicht hold - die echte Polizei konnte den mutmaßlichen Täter schnappen.

Der 30-Jährige - der Österreicher ist laut Polizei einschlägig vorbestraft - gab sich kurz nach 12 Uhr zuerst in der Landstraßer Hauptstraße einem Fahrzeuglenker gegenüber als Polizeibeamter aus und erklärte, eine Fahrzeugkontrolle durchführen zu wollen. Dabei legitimierte er sich mit einem Ärmelabzeichen, das Teil der Polizeiuniform ist. Den Insassen kam dies seltsam vor, weshalb sie weiterfuhren und die echte Polizei verständigten.

Neuer Versuch kurze Zeit später
Keine halbe Stunde später versuchte der 30-Jährige in der Rabengasse erneut sein Glück. Wieder gab sich der Mann als Polizist aus und durchsuchte den gleichaltrigen Lenker. Plötzlich holte der Verdächtige ein Messer hervor, bedrohte das Opfer und nötigte ihm Autoschlüssel und Handy ab.

Das Opfer fragte daraufhin sogar noch, ob es eine Tasche vom Rücksitz nehmen könne. Der 30-jährige mutmaßliche Täter war zu diesem Zeitpunkt aber bereits zu beschäftigt, um ihm zu antworten. Denn ihm wollte es partout nicht gelingen, den Wagen zu starten. Der eigentliche Besitzer holte daraufhin rasch die Tasche von der Rückbank und weihte den Täter in der Folge in die korrekte Handhabung des Audi Q3 mit Start-Stop-System ein. „Das Opfer agierte deeskalierend und erklärte es ihm“, berichtete Polizeisprecher Paul Eidenberger.

„Noch auf der Autobahn festgenommen“
Der Verdächtige fuhr danach mit dem Auto in Richtung A2 davon. Die Fahrkünste ließen dennoch zu wünschen übrig - bei einer Sofortfahndung entdeckten Beamte der Polizeiinspektion Wöllersdorf den fahruntüchtigen Wagen wenig später bei der A2-Abfahrt Wöllersdorf. Der 30-Jährige war offenbar zuvor gegen die Leitschiene gefahren und zu Fuß weitergeflüchtet. „Er wurde noch auf der Autobahn bei der Abfahrt festgenommen“, berichtete Eidenberger.

Die Aussage des 30-Jährigen ist noch ausständig. Fakt ist, dass er erst vor kurzer Zeit aus einer Strafhaft entlassen wurde, er war wegen ähnlicher Delikte bereits verurteilt worden.

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