09.05.2020 06:33 |

Corona-Bilanz Kärnten

Likar im Interview: „Das Ärgste ist hinter uns!“

Der Intensivkoordinator des Landes, Primarius Prof. Rudolf Likar, über die erste Coronabilanz, zweite Wellen, übertriebene Maßnahmen, die sehr erfreulichen Zahlen und ein neues Buch.

Herr Professor, täuscht der Eindruck oder haben wir den Höhepunkt der Pandemie hinter uns? Als Intensivkoordinator des Landes haben Sie ja beste Einblicke.
Wir haben tatsächlich das Ärgste hinter uns. Heute verlässt der letzte Patient die Intensivstation. Damit haben wir niemanden mehr in intensivmedizinischer Behandlung und lediglich drei Patienten in normaler stationärer Spitalsbehandlung.

Also kann man sagen: „Viel Lärm um nichts.“ Oder eher: „Gut ist’s gegangen, wenig ist geschehen“?
Vorsicht! Wir hatten Glück. Keine Triage, keine ethische Entscheidung war nötig. Aber solange es keine Impfung gibt und keine Therapie, ist das Virus da.

Das heißt, die gefürchtete zweite Welle wird kommen? Oder ist sie nur eine Schimäre, ein Hirngespinst?
Es wird was kommen, aber noch nicht im Sommer. Da sind die Menschen sehr viel im Freien.

Dann droht der nächste Lockdown der Wirtschaft...
Nein. Wir wissen ja jetzt, wie man damit umgeht. Es gibt keine Therapie, aber mit Kontaktrecherche bei einem Viruscluster wird die Wirtschaft nicht mehr heruntergefahren werden müssen.

Und wann kommt die Impfung, auf die alle warten?
Wenn das Virus nicht mutiert, im nächsten Jahr.

Waren die gesetzten Maßnahmen aus Ihrer Sicht angemessen oder übertrieben?
Es hat alles gepasst, was die Vorbeugung betrifft: Abstand, Hände waschen, keine Menschenmengen. Was mir nicht gefallen hat, war die Kriegsrhetorik. Und wir müssen uns mögliche Kollateralschäden anschauen.

...und die Masken?
Masken schützen beide Seiten! Wenn ich aber über Wochen null Infizierte habe, brauche ich keine Masken.

Sind wir schon so weit?
Wir haben erfreulicherweise keinen Fall, ein solcher würde auffallen. Vier Intensivbetten bleiben frei.

Man munkelt, Sie haben ein Buch über Corona fertig.
Ich dürfte darüber noch nicht reden, aber wenn ich gefragt werde... Gemeinsam mit Primar Georg Pinter und dem Psychologen Herbert Janig haben wir es geschrieben; es erscheint demnächst in der Edition A.

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Fritz Kimeswenger
Fritz Kimeswenger
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