21.04.2020 16:04 |

Mysterium Fomalhaut b

Verschwundener Exoplanet war kosmische Kollision

Er galt als erster Exoplanet, der direkt im sichtbaren Licht abgebildet werden konnte - bis er im Jahr 2014 verschwand: Fomalhaut b (oft auch als Dagon bezeichnet), bloß 25,2 Lichtjahre von unserer Erde entfernt - im kosmischen Maßstab damit in nächster Nachbarschaft -, stellte die Wissenschaft vor ein Rätsel. Das jetzt gelöst werden konnte. US-Astronomen fanden heraus, dass ein Planet Fomalhaut b nie existiert hat …

Im Jahr 2008 wurde die mithilfe des Weltraumteleskops „Hubble“ gemachte Entdeckung von Exoplanet Fomalhaut b als möglicher Quantensprung bei der Erforschung ferner Planetensystem gefeiert. Nun zeigt sich, dass das winzige Lichtpünktchen (im Bild unten rechts unten) auf der Aufnahme doch nicht das allererste Foto eines Exoplaneten ist, sondern nur die Überreste einer kosmischen Kollision - eine gigantische Wolke aus feinsten Staubpartikeln - zeigt.

Planet war tatsächlich nur riesige Staubwolke
Tatsächlich haben die Forscher mit „Hubble“ jahrelang nur eine Staubwolke beobachte, die sich langsam ausbreitete und dabei immer mehr verblasste, was schlussendlich zum vermeintlichen Verschwinden des Planeten führte. Die Licht reflektierende Wolke war entstanden, als zwei eisige Himmelskörper in Asteroidengröße - man schätzt, dass sie rund 200 Kilometer maßen -, die um den nahen Stern Fomalhaut kreisten, kollidierten.

„Das Fomalhaut-System ist das ultimative Testlabor für all unsere Annahmen, wie sich Exoplaneten und Sternensystemen entwickeln“, wird George Rieke vom Steward Observatory der Universität von Arizona auf der „Hubble Space Telescope“-Website der europäischen Weltraumorganisation ESA zitiert. „Wir haben Hinweise auf solche Kollisionen in anderen Systemen, aber keine dieser Größenordnungen wurde jemals beobachtet. Dies ist eine Blaupause dafür, wie Planeten sich gegenseitig zerstören.“

Kollision passierte kurz vor erster „Hubble“-Beobachtung
Die Wissenschaftler glauben, dass die Kollision nicht allzu lange vor den ersten Beobachtungen mit „Hubble“ (Bild oben) im Jahr 2004 passiert ist. Inzwischen liegt die Trümmerwolke aus feinsten Staubpartikeln, die nur einen Mikrometer (das ist 1/50 des Durchmessers eines menschlichen Haares, Anm.) klein sind, unter der Nachweisgrenze des Weltraum-Observatoriums. Den Schätzungen zufolge hat die Staubwolke mittlerweile eine Größe erreicht, die größer ist als die Erdumlaufbahn um unsere Sonne.

Wilhelm Eder
Wilhelm Eder
Kommentare
Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Donnerstag, 15. April 2021
Wetter Symbol