14.11.2008 11:45 |

Lichtpünktchen

"Hubble" schießt erstes Foto eines Exoplaneten

Das "Hubble"-Weltraumteleskop hat das erste Foto eines fernen Planeten im sichtbaren Licht geschossen. Der sogenannte Exoplanet umkreist den 25 Lichtjahre entfernten Stern namens Fomalhaut am Südhimmel, berichtete am Donnerstag das europäische "Hubble"-Zentrum in Garching bei München.

Die spektakulären Aufnahmen stammen aus den Jahren 2004 und 2006, der Planet wurde aber erst jetzt auf den kürzlich nachbearbeiteten Bildern entdeckt. Schon seit langem hatten Astronomen einen Planeten bei Fomalhaut vermutet, aber erst jetzt ließ sich der Trabant ablichten. "Das ist ein Meilenstein auf der Suche nach der zweiten Erde", sagt Heike Rauer vom Institut für Planetenforschung des Deutschen Zentrums für Luft-und Raumfahrt.

Der Planet erscheint als winziges Lichtpünktchen auf dem Bild, ist den Berechnungen zufolge etwa dreimal so massereich wie der größte Planet unseres eigenen Systems, der Jupiter, und umläuft seine Sonne in 20 Mal größerer Entfernung als der Jupiter unsere.

Erstes Foto in sichtbarem Licht
Es ist nicht das erste Foto eines fernen Planeten, aber nach Angaben der Astronomen das erste im sichtbaren Licht. Die Gruppe um Paul Kalas von der Universität von Kalifornien in Berkeley stellt ihre Beobachtungen im Fachjournal "Science" vor.

Zuvor waren andere Exoplaneten etwa im Infrarotbereich aufgenommen worden. Insgesamt sind mit verschiedenen Methoden bereits mehr als 300 Exoplaneten entdeckt worden. Die meisten verrieten sich indirekt über ihre Schwerkraft, mit der sie an ihren Heimatsternen zerren und diese zu einem leichten regelmäßigen Wackeln bringen, das sich von der Erde aus beobachten lässt.

Fotografieren äußerst schwierig
Allerdings ist das Fotografieren von Planeten in fernen Sonnensystemen technisch überaus anspruchsvoll. Denn das Licht der Sonne im Zentrum des Systems scheint Hunderte Millionen Mal heller als das der Trabanten, die zudem aus irdischem Blickwinkel ganz dicht am Zentralstern stehen.

Exoplaneten gehören nicht unserem Sonnensystem an, sondern einem anderen Planetensystem bzw. umkreisen einen anderen Stern.

Foto: NASA

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